Fernglas ABC – Alle wichtigen Fachbegriffe einfach erklärt
Wer ein Fernglas besitzt oder kaufen möchte, stößt schnell auf viele technische Begriffe: von Achromat über Austrittspupille bis hin zur Dämmerungszahl. Dieses Fernglas-ABC hilft dabei, diese Fachbegriffe verständlich zu machen.
Unabhängig davon, ob für Naturbeobachtung, Jagd, Segeln oder Astronomie – hier findest du alle wichtigen Erklärungen zu Aufbau, Technik und Leistung moderner Ferngläser.
Unser Tipp: Erfahrt in unserem Fernglas Ratgeber, worauf es beim Kauf eines Fernglases ankommt!
Inhalt
A–D: Achromat bis Dioptrienausgleich
Achromat
Doppellinse im Objektiv oder Okular, die Farb- und Abbildungsfehler minimiert. Wesentlicher Bestandteil hochwertiger Ferngläser.
Gute Ferngläser haben wenigstens eine optisch gekittete Doppellinse im Okular- und Objektiv-Linsensystem. Diese Doppellinse (Achromat) eliminiert weitestgehend Farb- und Abbildungsfehler einer Einzellinse.
Air-Achromat
Variante der Doppellinse mit Luftzwischenraum – ermöglicht kompaktere Bauformen.
Bei diesem speziellen Typ der Doppellinse sind die beiden Linsen durch eine Luftfläche getrennt. Air-Achromate erlauben es, die Baulänge eines Fernglases zu verkürzen und sehr kompakte Ferngläser zu bauen.
Augenabstand
Abstand zwischen den Mittelpunkten der Okulare, individuell anpassbar für den Nutzer.
Durch die um die Mittelachse schwenkbaren Gehäusehälften lassen sich Ferngläser an die unterschiedlichen Augenabstände der Benutzer anpassen. Der korrekte Augenabstand ist dann eingestellt, wenn der Benutzer einen Bildkreis beim Hindurchschauen durch die Okulare sieht.
Der Augenabstand wird vom Mittelpunkt der rechten Okularlinse bis zum Mittelpunkt der linken Okularlinse gemessen.
Augen-Okular-Abstand (Eye Relief)
Abstand zwischen Auge und Okularlinse, wichtig für Brillenträger (optimal: 15–20 mm).
Der Augen-Okular-Abstand bezeichnet den Abstand des Okulars zur Augenoberfläche. Das ist der Punkt, an dem das komplette Sehfeld betrachtet werden kann. Verfügt ein Fernglas über einen langen Augen-Okular-Abstand, können auch Brillenträger das Sehfeld komplett beobachten, ohne die Brille abnehmen zu müssen.
Augenmuscheln
Schützen vor seitlichem Lichteinfall. Bei Brillenträgern meist umstülpbar oder drehbar.
Zwischen dem Auge und der Okularlinse befinden sich die Augenmuscheln. Sie sollen verhindern, dass Fremdlicht in das Okular eindringt. Damit Brillenträger das ganze Gesichtsfeld des Fernglases sehen können, sind Augenmuscheln in den meisten Fällen umklappbar, der Abstand zwischen Auge und Okular wird auf diese Art und Weise verkürzt.
Einige Ferngläser besitzen statt der umstülpbaren Gummiaugenmuscheln robuste Kunststoffaugenmuscheln, die für Brillenträger hineingeschoben oder -gedreht werden können.
Austrittspupille
Durchmesser des Lichtbündels, das aus dem Okular austritt. Die Austrittspupille befindet sich kurz vor den Okularen und stimmt im Durchmesser idealerweise mit der Augenpupille des Betrachters zusammen.
Formel: Objektivdurchmesser ÷ Vergrößerung = Austrittspupille (mm)
Je größer, desto heller das Bild in der Dämmerung.
BAK-4 / BK-7 Prismen
Materialqualität der Prismen.
- BAK-4 (Barium-Kronglas): hohe Lichttransmission, klare Randschärfe.
- BK-7: günstiger, etwas dunklere Ränder.
Bauformen
Heute übliche Ferngläser werden in zwei unterschiedliche Bauformen aufgeteilt: Porro-Prismen (klassisch, breiter) und Dachkant-Prismen (kompakt, moderner).
Blickwinkel
Gibt an, wie groß das mit dem Fernglas sichtbare Sehfeld ist.
Formel: Sehfeld ÷ 17,5 = Blickwinkel in Grad
Brillenträger-Okulare
Okulare mit langem Augenabstand (Eye Relief), um trotz Brille das volle Sehfeld zu nutzen.
Durch umstülpbare Augenmuscheln sind Ferngläser auch für Brillenträger nutzbar. Gerade Brillenträger sollten allerdings darauf achten, dass die Austrittspupillen möglichst weit nach hinten verlagert sind (optimal sind 15-20 mm). Dadurch wird erreicht, daß das fokussierte Bild nicht schon von den Augen abgebildet wird. In diesem Fall spricht man von Brillenträger-Okularen.
Chromatische Aberration
Farbfehler durch unterschiedliche Lichtbrechung. Wird durch Achromate oder ED-Gläser korrigiert.
Dachkant-Prismen
Prismenform, bei der Objektiv und Okular in einer Linie liegen. Kompakt, robust, meist teurer.
Durch den Einsatz von exakt geschliffenen, übereinander angeordneten Prismen (Dachkantprismen) ist ein fast linearer Strahlengang des Lichts möglich. Das heißt, diese Gläser sind besonders schlank und handlich.
Bei Ferngläsern dieser Bauform bilden Objektive und Okulare eine Linie. Dies ist sehr aufwändig in der Konstruktion und führt meist zu einem höheren Preis. Das Ergebnis ist eine sehr kompakte Bauweise.
Die meisten Dachkant-Gläsern besitzen darüber hinaus eine echte Innenfokussierung.
Dämmerungszahl
Maß für Detailerkennbarkeit bei schwachem Licht. Je größer die Dämmerungszahl, desto lichtstärker ist das Fernglas und desto mehr Details lassen sich bei wenig Licht erkennen.
Die Dämmerungszahl errechnet sich aus: Wurzel aus Objektivdurchmesser (in mm) x Vergrößerung = Dämmerungszahl
Das Ergebnis ist rein rechnerisch zu bewerten und nur für einen Vergleich von unterschiedlichen Fernglas-Typen (8×30, 7×50, 8×56 usw.) interessant. Die errechnete Zahl berücksichtigt keine Leistungssteigerung des Fernglases durch Vergütung und/oder hochwertige Glassorten usw.
Je höher die Dämmerungszahl und je größer die Austrittspupille, desto besser ist die Leistung bei geringem Licht oder ungünstigen Lichtverhältnissen.
Dioptrienausgleich
Ermöglicht individuelle Scharfstellung je Auge, um Fehlsichtigkeit auszugleichen.
Bei Ferngläsern mit Mitteltrieb-Einstellung ist das rechte Okular (bei den meisten Zoom-Ferngläsern das linke Okular) drehbar.
Damit kann eine Fehlsichtigkeit des Benutzers ausgeglichen werden. Bei Modellen mit Einzel-Okulareinstellung sind beide Okulare drehbar und dienen ebenfalls zur Scharfeinstellung.
E–H: ED-Glas bis Gummiaugenmuscheln
ED-Glas (Extra-Low Dispersion)
Spezialglas, das Farbfehler minimiert und die Bildschärfe erhöht. Wird in Premium-Ferngläsern verwendet.
Einzelokulareinstellung
Jedes Okular separat einstellbar – ideal bei stark unterschiedlichen Sehstärken.
Hochmoderner Mechanismus zur Scharfstellung eines Fernglases, der nach der Grundeinstellung keine Korrektur der Bildschärfe mehr erfordert.
Lästiges Nachfokussieren entfällt, was besonders auf der Jagd, bei schnell wechselnder Beobachtungsdistanz, bei sich bewegenden Objekten, beim Sport, in der Dämmerung und bei frostiger Kälte mit Handschuhen von Vorteil ist.
Fernglas-Kompass
Integrierter Kompass, meist bei Marineferngläsern. Nützlich zur Navigation auf See.
Einige hochwertige Ferngläser werden mit eingebautem Kompass geliefert. Diese Ferngläser werden hauptsächlich zur Navigation in der Seefahrt eingesetzt. Sie sind in fast allen Fällen druckwasserdicht bis 5m oder wasserdicht bis zu 5 Minuten bei 1m Wassertiefe.
Fokussieren / Mitteltrieb
Scharfstellung über das zentrale Fokussierrad. Bei Innenfokussierung bewegen sich nur innere Linsen.
Bei Porroprismen-Ferngläsern sind die Okulare über eine Brücke miteinander verbunden, die durch Drehen des Fokussierrades (Mitteltrieb) vor und zurück bewegt werden kann. Die meisten Dachkantprismen-Gläser besitzen dagegen eine aufwändige Innenfokussierung.
Galileisches Fernglas
Einfache Bauform ohne Prismen (z. B. Theatergläser), begrenzte Vergrößerung (bis 5x).
Heutzutage werden fast ausschließlich Theatergläser nach dem galileischen Prinzip gebaut. Das Sehfeld bei dieser Bauform ist besonders groß – allerdings ist die Vergrößerung auf max. 4-5x beschränkt.
Gehäusematerial
Hochwertige Ferngläser bestehen aus Magnesium oder Aluminium – stabil, leicht und korrosionsbeständig.
Gummiarmierung
Schützt vor Stößen, Feuchtigkeit und verbessert die Griffigkeit.
Ferngläser mit Gummiarmierung sind für den harten, berufsmäßigen und/oder intensiven Einsatz empfehlenswert. Die schwarze oder olivgrüne Gummiummantelung schützt das Fernglas bei Stoß, Fall und gegen Spritzwasser. Die Gummiarmierung bei hochwertigen Ferngläsern ist lichtecht und unempfindlich gegen Sonneneinstrahlung.
Gummiaugenmuscheln
Weiche Auflagen auf den Okularen, reduzieren Druck aufs Auge und Streulicht.
Sie erfüllen drei Funktionen:
- Der Druck auf das Auge bei längerem Beobachten wird durch das weiche Gummi vermindert.
- Sie vermindern das Eindringen von Streulicht
- Umgeklappt hat auch der Benutzer mit Brille das volle Gesichtsfeld.
I–L: Innenfokussierung bis Lichtstärke
Innenfokussierung
Fokussierung erfolgt durch innere Linsen – staub- und wasserdicht, präzise und wartungsarm.
Die Scharfstellung (Fokussierung) erfolgt durch Verschieben von Linsen im Inneren des Fernglases. Außen am Glas befinden sich keine beweglichen Teile. Die Mechanik ist somit geschützt, es kann weder Schmutz noch Luftfeuchtigkeit eindringen. Nur bei diesem System kann problemlos eine echte Wasserdichtigkeit realisiert werden.
Bei hochwertigen Ferngläsern bestehen die Schneckengänge für die Fokussierung aus Aluminium und Messing, damit sie sich auch bei starken Temperaturschwankungen noch leicht bewegen lassen. Diese Werkstoffkombination macht Schmierstoffe nahezu überflüssig und garantiert ein gleichmäßiges und zügiges Scharfeinstellen.
Justierung
Ausrichten der optischen Achsen. Eine De-Justierung führt zu Doppelbildern.
Unter einer Justierung bei Ferngläsern versteht man die parallele Ausrichtung der beiden Fernglashälften. Wird ein Fernglas hart gestoßen oder fällt es z. B. auf den Boden, können die Prismen verschoben werden und das Glas ist de-justiert.
Bei Beobachtungen durch ein de-justiertes Fernglas-Modell erscheinen dem Betrachter die Konturen verschoben (Doppelbild). Eine leichte De-Justierung des Modells wird eventuell durch die Akkomodierung (Anpassung) der Augen ausgeglichen, bei längerem Sehen treten dann jedoch Kopfschmerzen auf. In jedem Fall ist bei einem de-justiertes Fernglas eine Reparatur erforderlich.
Kontrast / Brillanz
Bewertung der Bildqualität – hängt von der Vergütung, Glasqualität und Justierung ab.
Lichtstärke (geometrisch)
Gibt an, wie hell das Bild theoretisch erscheint.
Die Lichtstärke hängt direkt vom Durchmesser der Austrittspupille ab, der sich wiederum aus der Vergrößerung und dem Objektivdurchmesser errechnet. Die Lichtstärke ist wichtig, wenn ein Fernglas auch bei schlechten Lichtverhältnissen eingesetzt werden soll. Sie entspricht dem Quadrat der Austrittspupille. Eine hohe Lichtstärke erlaubt besseres Sehen bei geringem Licht.
Die enorme relative Lichtstärke eines 7×50 Fernglases mit einem Objektivdurchmesser von ca. 50 mm und einer Austrittspupille von 7,14 mm können ältere Menschen gar nicht nutzen, da sich ihre Pupille ab dem 50. Lebensjahr nur noch auf maximal 5mm öffnet.
Daher ist es für diese Menschen ratsam, sich ein kleineres, leichteres und damit meist auch günstigeres Fernglas mit einer Austrittspupille von ca. 5 mm anzuschaffen, da sie die hohe Lichtstärke eines 7×50 gar nicht ausnutzen können.
Die Formel zur Berechnung der relativen Lichtstärke lautet: (Objektivdurchmesser ÷ Vergrößerung)² = geometrische Lichtstärke.
Bei dieser Formel wird eine Leistungssteigerung durch besonders hochwertige Linsen und Vergütung nicht berücksichtigt, man spricht von der geometrischen (rein rechnerischen) Lichtstärke.
Lichtstärke (relativ)
Berücksichtigt zusätzlich die Lichtdurchlässigkeit (Transmission) durch Vergütung und Glasgüte.
Während die geometrische Lichtstärke nur den Objektivdurchmesser und die Vergrößerung (und somit die Austrittspupille) berücksichtigt, wird durch die relative Lichtstärke die zusätzliche Leistungssteigerung durch spezielle Vergütungsarten beschrieben und im Vergleich zu einem unvergüteten Glas in prozentualer Steigerungszahl (z. B. 70 %) angegeben.
Die relative Lichtstärke ist der moderne Ausdruck, um die durch die Verwendung von speziell vergüteten Linsen und speziellen Glassorten (z. B. Barium Kronglas BAK-4) erhöhte Lichtstärke zu berücksichtigen.
Hochwertig vergütete Ferngläser haben mindestens eine 60% höhere Lichtstärke als einfache, unvergütete Prismengläser.
M–R: Magnesiumgehäuse bis Restlichtverstärker
Magnesiumgehäuse
Leicht, stabil und korrosionsresistent – Standard bei Premium-Ferngläsern.
Nachtglas
Ferngläser mit hoher Dämmerungszahl (z. B. 8×56), ideal für Dämmerung oder Nachtbeobachtung.
Als Nachtgläser werden Modelle bezeichnet, die eine hohe geometrische und relative Lichtstärke aufweisen (z. B. 7×50, 8×56, 9×63, 12×70 usw.). Nachtgläser eignen sich besonders bei Beobachtungen in der Dämmerung.
Naheinstellgrenze
Kleinste Entfernung, bei der ein Objekt noch scharfgestellt werden kann (z. B. 2–3 m bei Vogelbeobachtung).
Konstruktionsbedingt lassen sich keine Ferngläser bauen, die Entfernungen von 0 Metern bis „unendlich“ scharfstellen. Um auf weite Entfernungen sehen zu können, was ja die primäre Aufgabe eines Fernglases ist, ist daher die Möglichkeit zur Naheinstellung auf einige Meter begrenzt.
Ferngläser, die beispielsweise eine Naheinstellgrenze von 3,5 Metern haben, können Objekte, die näher sind, nicht mehr scharfstellen. Die Naheinstellgrenze ist wichtig bei der Beobachtung von kleinen oder nahen Objekten, wie etwa Schmetterlingen oder Vögeln.
Objektivdurchmesser
Zweite Zahl in der Modellbezeichnung (z. B. „8×42“ = 42 mm). Je größer, desto lichtstärker das Glas.
Die erste Zahl der Modellbezeichnung eines Fernglases gibt die Vergrößerung an, die zweite Zahl steht für den Objektivdurchmesser. Diese gibt in Millimetern den Durchmesser der Fläche an, durch die das Licht in das Fernglas gelangt.
Je größer der Objektivdurchmesser, desto mehr Licht kann eintreten und desto besser ist das Fernglas für die Dämmerung geeignet.
Okular
Dem Auge zugewandte Seite des Fernglases. Hochwertige Okulare verbessern die Bildqualität deutlich.
Phasenkorrektur (Phase-Coating)
Spezialvergütung bei Dachkantprismen, die Lichtphasenunterschiede ausgleicht und ein schärferes und kontrastreicheres Bild ermöglicht.
Porro-Prismen
Traditionelles Prismensystem mit versetzter Anordnung von Objektiv und Okular. Liefert plastischere Bilder.
Während das Objektiv an das Okular ein seitenverkehrtes und auf dem Kopf stehendes Bild liefert, dienen die Prismen zur Richtigstellung des Bildes. 1854 entwickelte der italienische Ingenieur Ignatio Porro das erste Prismen-System, das seitdem seinen Namen trägt.
Das Porro-Prismen-System lässt die einfallenden Lichtwellen unverändert, wodurch im Vergleich zum Dachkant-Prismen-System im Allgemeinen eine leicht bessere Bildqualität erzielt werden kann.
Randschärfe
Maß für die gleichmäßige Bildqualität bis zum Rand. Premiumgläser mit „Field Flattener“ halten die Schärfe bis zum Bildrand.
Restlichtverstärker
Elektronisches Nachtsichtsystem, das Restlicht (Mond-, Sternenlicht) verstärkt. Kein klassisches optisches Fernglas.
Restlichtverstärker sind für den Einsatz in der Nacht entwickelt worden. In der Nacht gibt es das sogenannte „Restlicht“ (Sternenlicht, Mondlicht usw.). Dieses Restlicht wird elektronisch im Fernglas bis zum 50.000-fachen verstärkt.
Durch den Einsatz eines zusätzlichen Lasers wird die Beobachtungsmöglichkeit des Restlichtverstärkers noch erheblich erweitert. Das elektronische Bild eines Restlichtverstärkers ist aber in der Schärfe und Brillanz nicht mit dem optischen Bild eines Prismenglases zu vergleichen.
S–W: Sehfeld bis Wasserdichtigkeit
Sehfeld
Breite des sichtbaren Bereichs auf 1000 m Entfernung.
1° Blickwinkel ≈ 17,5 m Sehfeld
Unter Sehfeld eines Fernglases versteht man das übersehbare Gelände bei einem Abstand von 1.000 Metern vom Betrachter. Mit steigender Vergrößerung wird das Sehfeld immer kleiner.
Das Sehfeld ist meistens in Meter angegeben. Bei der Angabe des Sehfeldes als Winkel (z. B. 7°) entspricht 1° etwa 17.5 m.
Ein Fernglas mit einem Sehfeld über 120 m / 1.000 m wird unter der Bezeichnung „Grossfeld“, über 140 m / 1.000 m unter der Bezeichnung „Weitwinkel“ angeboten.
Weitwinkel-Ferngläser sind besonders für sich bewegende Objekte (Fußball, Pferderennen) empfehlenswert.
Stickstofffüllung
Verhindert Beschlagen und Kondenswasserbildung bei Temperaturschwankungen.
Bei besonders hochwertigen Gläsern wird Stickstoff in das Vakuum des Fernglases gepumpt. Dies verhindert das Beschlagen der Gläser und die Bildung von Kondenswasser bei Temperaturschwankungen von -40° C bis +80° C. Eine Stickstofffüllung garantiert perfekte Sicht in jeder Situation!
Stativ-Anschluss
Ermöglicht die Montage auf einem Stativ für ruhige Beobachtung, v. a. bei hoher Vergrößerung.
Bei vielen Fernglas-Modellen ist bereits ein Stativgewinde (meist im Mitteltrieb) eingesetzt. Diese Ferngläser können mit Hilfe eines Stativ-Adapters auf ein Stativ aufgeschraubt werden.
Transmission
Prozentualer Anteil des Lichts, der vom Objektiv bis zum Okular gelangt. Top-Modelle: über 90 % Lichtdurchlass.
So wird die Restmenge des beim Objektiv einfallenden Lichtes, die nach dem Durchwandern des Fernglases beim Okular wieder austritt, genannt. Eine hervorragende Vergütung der Linsen und Prismen eines Fernglases garantiert einen hohen Lichtdurchlass.
Sehr gute Gläser weisen einen Lichtdurchlass von über 90% auf, d. h. mehr als 90% des am Objektiv eintretenden Lichtes kommt zum Okular wieder heraus und noch nicht einmal 10% gehen im Linsen- und Prismensystem verloren.
Vergrößerung
Erste Zahl der Modellbezeichnung (z. B. „10×42“ = 10-fach). Freihändig sind bis 10x empfehlenswert.
Die erste Zahl der Modellbezeichnung eines Fernglases, die angibt, um wie viel näher das beobachtete Objekt im Gegensatz zum menschlichen Auge gesehen werden kann. Bei 10-facher Vergrößerung sieht man ein Objekt in 100 Metern Entfernung so, als wäre es nur 10 Meter entfernt. Für den freihändigen Gebrauch sind Vergrößerungen von 7-10-fach empfehlenswert.
Vergütung
Aufdampfschichten auf Linsen und Prismen zur Reduzierung von Reflexion und Erhöhung der Lichtdurchlässigkeit.
Typen: Einfachvergütung, Mehrschichtvergütung, Phasenkorrektur, UV-Vergütung.
Normale optische Linsen haben die Eigenschaft, einen Teil des einfallenden Lichtes zu reflektieren. Es entsteht ein Lichtverlust von bis zu 50% und eine Verminderung des Kontrastes durch Streulicht.
Durch Vergütung der Linsen (Aufdampfen einer reflexmindernden Mineralschicht, Metalloxyden und/oder -fluoriden) wird die Reflexion erheblich gemindert und die Lichttransmission (Durchlässigkeit) gesteigert.
Die Qualität der Vergütung ist auch abhängig von der Anzahl der vergüteten Linsen und Prismen, der angewandten Vergütungstechnologie und der Qualität der Vergütungsschichten.
Ein voll vergütetes Fernglas lässt im Vergleich zu einem unvergüteten Glas etwa 60% mehr Licht in den Strahlengang ein.
Durch Verwendung spezieller Vergütungen (UV-Vergütung, Mehrschichtvergütung) wird die Lichtstärke weiter gesteigert.
Wasserdichtigkeit
Abdichtung durch O-Ringe und Stickstofffüllung schützt vor Regen, Staub und Nebel – wichtig für den Outdoor-Einsatz.
Wasserdichte Ferngläser sind mit speziellen O-Ringen abgedichtet und mit Stickstoff gefüllt, um ein Beschlagen von innen zu vermeiden. Sie eignen sich hervorragend zum Bergsteigen, Segeln und allen Aktivitäten bei wechselnden Wetterbedingungen.
Hochwertige Ferngläser werden in einem mehrstündigen Verfahren imprägniert und somit vor Staub und Feuchtigkeit geschützt. Die eingesetzten Dichtelemente, die ursprünglich für die Luft- und Raumfahrt entwickelt wurden, machen die Abdichtung dann hundertprozentig perfekt.
Z: Zoom-Ferngläser
Zoom-Ferngläser
Variabel einstellbare Vergrößerung (z. B. 7–21×40). Praktisch, aber meist geringere optische Leistung als Festvergrößerungen.
Diese Ferngläser vereinen mehrere Vergrößerungen in einem Glas. Bei einem 7-21×40 etwa können Vergrößerungen von 7-21-fach stufenlos eingestellt werden.Für den freihändigen Einsatz eignet sich der Bereich von 7-10-fach. Ab einer zehnfachen Vergrößerung ist eine Auflage, ein Abstützen des Glases oder am besten ein Stativ empfehlenswert.
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