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10 Tipps für malerische Landschaftsfotografie – Technik, Praxistipps & kreative Ideen

Landschaftsfotografie lebt von Licht, Stimmung und einem guten Gespür für Komposition. Mit etwas Vorbereitung und Technik können auch Nicht-Profis ausdrucksstarke Bilder schaffen, die mehr sind als nur Schnappschüsse. Hier geben wir euch 10 praxisnahe Tipps. Seid ihr ein Einsteiger oder ein Fortgeschrittener in der Landschaftsfotografie, dann ist dieser Beitrag genau richtig für euch.

Tipp 1 – Plant euer Licht – Goldene und Blaue Stunde

In der Landschaftsfotografie werden Frühaufsteher belohnt: Wer sich vor Sonnenaufgang aus dem Bett quält, darf sich anschließend über ein weiches Licht freuen, das die Natur in goldenen Glanz hüllt.

Ja, die richtige Tageszeit entscheidet maßgeblich über die Bildwirkung.

Fotografiert morgens zur Goldenen Stunde für warmes Licht oder abends kurz nach Sonnenuntergang zur Blauen Stunde für kühlere Töne.

Nutzt Apps wie beispielsweise „PhotoPills“ oder „Sun Surveyor“, um Sonnenstand und Lichtverhältnisse zu planen.

Bergsee Landschaft

Tipp 2 – Nutzt Weitwinkel und Tele – Für Tiefe oder Kompression

Die Wahl eines passenden Objektivs entscheidet über die finale Bildwirkung.

Landschaften fotografiert man am besten mit Weitwinkelobjektiven, oder? Bei Panoramen oder Motiven, welche besonders weit wirken sollen, sind geringe Brennweiten deshalb die erste Wahl. Ein 16–35 mm Weitwinkel beispielsweise erzeugt dramatische Perspektiven und Tiefe.

Dramatische Landschaftsaufnahme eines Leuchtturms

Verwendet ihr hingegen ein 70–200 mm Teleobjektiv, dann komprimiert ihr die Distanz und betont die Details. Das kann je nach Motiv sehr stark wirken.

Beispiel: Ein Bergmassiv wirkt mit Tele besonders wuchtig, während ein Bergtal mit all den darin enthaltenen Umgebungsdetails auf Weitwinkel fotografiert besser zur Geltung kommt.

Tipp 3 –  Bildaufbau und Komposition

Ein ausdrucksstarkes Landschaftsbild braucht Tiefe. Diese erzeugt ihr durch Kontraste zwischen dem Vorder- und dem Hintergrund. Eine beliebte und sichere Methode ist es, eine Person im Vordergrund vor der Weite der fotografierten Landschaft zu positionieren. Das erzeugt nicht nur einen Kontrast in eurem Bild, sondern sorgt auch für einen klaren Fokus.

Vermeidet es möglichst, zu viele Elemente im Bild mit aufzunehmen. Dadurch verlieren die Fotos an Aussagekraft und wirken schnell überladen.

Für einen harmonischen Aufbau und eine schlüssige Bildkomposition achtet auf natürliche Linien in der Landschaft wie etwa Straßen, Flussläufe, Zäune und andere richtungsweisende Elemente. Diese geben eurem Bild eine Struktur, was von der professionellen Absicht der Fotografin oder des Fotografen zeugt.

Landschaftsaufnahme eines Rapsfeldes

Experimentiert auch mit der Positionierung der Elemente im Bild. Wenn ein zentriertes Element langweilig wirkt, dann versucht, dieses beispielsweise nach der Drittelregel zu verschieben.

Spannende Perspektiven entstehen übrigens auch dann, wenn ihr eure Körperposition wechselt und mal kniend oder sogar liegend fotografiert.

Denkt dran: Eine gute Komposition ist die halbe Miete!

Bonus Tipp: Das zuschaltbare Gitternetz einer Digitalkamera hilft euch, eine bessere Vorstellung von dem Bildaufbau zu bekommen.

Tipp 4 – Wetter & Jahreszeiten kreativ nutzen

Waldlandschaft im Nebel

Wolken, Nebel, Regen oder Schnee verleihen Landschaften Charakter. Nutzt überraschende Wetterumschwünge, um mit verschiedenen Stimmungen zu spielen. Besonders Frühling (frisches Grün) und Herbst (Laubfarben) bieten intensive Kontraste, mit denen ihr besondere Atmosphäre in euren Landschaftsfotos kreieren könnt.

Tipp 5 – Filter richtig einsetzen (ND, GND, Polfilter)

Seelandschaft Fotografie mit einem ND-Filter

Verschiedene Filter helfen euch, die Wirkung eurer Landschaftsfotos noch einen Ticken zu verstärken.

  • ND-Filter: Ermöglicht Langzeitbelichtungen bei Tageslicht (z. B. fließendes Wasser) und werden häufig dafür eingesetzt, beispielsweise Bewegungen der Wolken oder des Wasser als samtweiche Verläufe darzustellen.
  • Grauverlaufsfilter (GND): Hilft bei starkem Helligkeitsunterschied zwischen Himmel und Boden. Hilft also zur gezielten Abdunklung des Himmels und erzeugt damit gleichzeitig einen dramatischen Effekt.
  • Polfilter: Entfernt nichtmetallische Reflexionen und sättigt Farben (z. B. bei Blättern oder Wasser). Gerade der unter Einsatz eines Polfilters fotografierte Himmel entfaltet seine kräftige Farbe.

Tipp 6 – Drohnen nutzen für neue Perspektiven

Landschaftsfotografie mit einer Drohne

Mit einer Drohne lassen sich Landschaften aus neuen Blickwinkeln festhalten. Ideal für Muster in Feldern, Flüssen oder bei symmetrischen Strukturen. Achtet auf rechtliche Vorgaben und setzt auf RAW-Aufnahmen für mehr Spielraum in der Nachbearbeitung.

Tipp 7 – Fotografieren mit dem Smartphone

Moderne Smartphones bieten inzwischen RAW-Unterstützung, Langzeitbelichtungen und HDR. Mit Apps wie „Halide“ oder „ProCamera“ holt ihr mehr aus eurem Smartphone heraus. Nutzt ein Mini-Stativ für mehr Stabilität.

Tipp 8 – Astrofotografie & Milchstraße einbauen

Fotografie der Milchstraße

In klaren Nächten fernab von Lichtverschmutzung lassen sich mit einem lichtstarken Weitwinkel (z. B. 14 mm f/2.8) beeindruckende Nachtlandschaften aufnehmen. Kamera auf Stativ, Fokus manuell auf unendlich, Belichtungszeit max. 20 Sekunden, ISO 1600+.

Tipp 9 – Nachbearbeitung mit Lightroom oder Capture One

Rohdaten (RAW) bieten mehr Dynamik in den Lichtern und Tiefen. Bearbeitet Kontraste, Farbtemperatur und Schärfe gezielt. Vermeidet Übertreibung – Ziel ist eine natürliche Wirkung. Nutzt auch lokale Korrekturen (z. B. Verlaufsfilter für den Himmel).

Tipp 10 – Regionale Spots erkunden & zurückkehren

Landschaftsfotografie eines regionalen Spots

Viele starke Motive liegen direkt vor eurer Haustür. Informiert euch über Naturparks, Aussichtspunkte oder Seen in eurer Region. Besucht Orte zu verschiedenen Tageszeiten oder Jahreszeiten erneut – so entstehen ganz unterschiedliche Stimmungen.

Was ihr sonst noch benötigt

Die letzten drei Dinge solltet ihr auch nicht vergessen: ein stabiles Stativ, einen Fernauslöser und das Wichtigste – die Geduld. Die ersten beiden sorgen für scharfe Aufnahmen ohne Verwackeln und sind in manchen Situationen eher optional. Bei der Geduld verhält es sich etwas anders: Oftmals lohnt es sich, einfach auf den richtigen Moment zu warten, um eine einmalige Lichtstimmung einzufangen.

Unser Fazit – Gut gewappnet für Landschaftsfotografie

Nun seid ihr gut gewappnet, um euch in die spannende Welt der Landschaftsfotografie zu begeben. Wir sind uns sicher, dass ihr mit unseren Tipps eure ersten Erfolge erzielen werdet und schon bald richtig auf den Geschmack kommt, die Schönheit der Natur um euch einzufangen.

Und unser letzter ultimativer Tipp lautet: Geht raus, experimentiert und schränkt euch nicht auf eine bestimmte Technik, ein Objektiv oder eine Kamera ein. Probiert alles aus und entwickelt euren eigenen einzigartigen Stil!