Sony FX5 im Test – Die neue Benchmark für professionelle Videoproduktionen
Die Anforderungen an Bildrate, Dynamikumfang und Postproduktions-Workflows sind im professionellen Bereich in den letzten Jahren massiv gestiegen. Fünf Jahre nach der Veröffentlichung der FX3 reicht ein einfacher 10-Bit-Schnitt am Set oft nicht mehr aus. Gefragt sind anspruchsvolle RAW-Workflows und extrem flexible Bildausschnitte bei minimalem Packmaß.
Mit der FX5 schließt Sony diese Lücke und definiert die Brücke zwischen kompakter Mobilität und kompromissloser High-End-Produktionsqualität neu.
In diesem Beitrag erklären wir euch die wichtigsten Verbesserungen der Sony FX5.
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Die wichtigsten Funktionen im Überblick:
- Neuer Full-Frame-Stacked-Sensor
- Open-Gate-Aufzeichnung (3:2)
- Interne 16-Bit-RAW-Aufzeichnung im Sony X-OCN Codec
- 32-Bit-Float-Audio
- Triple Base ISO
- Bis zu 5K mit 120 Bildern pro Sekunde bzw. 4K mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde
- Neues 16:9-Full-HD-Monitoring mit professionellen Video-Scopes
- Optionaler OLED-Sucher
- Kompaktes Cinema-Gehäuse

Inhalt
- 1 Die Positionierung – Die Brücke zwischen FX3A und FX6
- 2 Die fünf größten Neuerungen auf einen Blick
- 3 Sensor & Bildqualität – Stacked-Power statt Megapixel-Wahn
- 4 5K Open Gate – Volle Sensorfläche für maximale Flexibilität
- 5 Hohe Bildraten für cineastische Zeitlupen
- 6 Internes X-OCN – High-End-RAW ohne Recorder-Ballast
- 7 Speichermedien – Leistung hat ihren Preis
- 8 Dynamikumfang und das neue Dreifach-ISO-Konzept
- 9 KI-gestützter Autofokus für Solo-Operator und kleine Teams
- 10 Bildstabilisierung auf neuem Niveau und exklusiver Service
- 11 Umfassender Anamorphic-Support
- 12 Ergonomie & Gehäusedesign – Pure Videofokussierung
- 13 Display & Sucher – Erstklassiges Monitoring am Set
- 14 Professionelles Audio und Timecode am Set
- 15 Sony FX5 – Wahlweise als Body oder im Set mit XLR-Handgriff
- 16 Konnektivität, Netzwerk und Energieversorgung
- 17 FX3 vs. FX5 vs. FX6: Welche Kamera für welchen Einsatz?
- 18 Unser Fazit zur Sony FX5
- 19 FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Sony FX5
- 19.1 Kann ich meinen vorhandenen XLR-H1 Griff der FX3 an der FX5 weiterverwenden?
- 19.2 Benötige ich für die X-OCN-Aufnahme zwingend CFexpress Type A Karten?
- 19.3 Sind die hohen Bildraten wie 5K 120p und 4K 240p direkt ab Verkaufsstart verfügbar?
- 19.4 Was hat es mit dem „Image Stabilization Fixation Service“ auf sich?
- 19.5 Wie wird der Timecode an der FX5 angeschlossen?
Die Positionierung – Die Brücke zwischen FX3A und FX6
Kamera-Setups am Set müssen heute flexibler sein als je zuvor. Während große Kinoproduktionen auf die VENICE 2 oder BURANO als A-Kamera setzen, benötigt das Team am Gimbal, auf Drohnen oder in extrem engen Räumen ein Kamerasystem, das sich nahtlos in denselben Farb- und Postproduktions-Workflow einfügt. Hier besetzt die FX5 eine völlig neue Nische innerhalb der Sony Cinema Line:
- Sony FX3: Der Einstieg in die Cinema Line – kompakt, mobil und ideal für klassische Solo-Operatoren, in der Bedienung und Gehäuseergonomie jedoch noch stark mit den spiegellosen Alpha-Fotokameras verwandt.
- Sony FX6: Die etablierte Workhorse-Kamera für Dokumentationen, Reportagen und Broadcast-Crews, ausgerüstet mit einem integrierten variablen ND-Filter und klassischen SDI-Schnittstellen.
Die FX5 ist als extrem kompakte, professionelle Cinema-Kamera konzipiert, die sich perfekt als B- oder C-Kamera neben der VENICE 2 oder BURANO einsetzen lässt. Sie bringt Funktionen in die kompakte Klasse, die bisher unerschwinglich waren – allen voran echtes 16-Bit RAW über den internen X-OCN-Codec und 5K Open Gate.
Sie ist das Werkzeug für Kreative, die die Agilität einer FX3 benötigen, aber die kompromisslose Bildqualität und den Workflow der High-End-Klasse verlangen.
Die Hierarchie der Cinema Line:
Sony FX30 → Sony FX2 → Sony FX3 → Sony FX5 → Sony FX6
Dabei ersetzt die FX5 weder die FX3 noch die FX6.
Vielmehr richtet sie sich an Anwender, die den kompakten Formfaktor der FX3 schätzen, inzwischen jedoch deutlich höhere Anforderungen an Bildqualität, Codec, Audio und Workflow stellen. Gleichzeitig bleibt die FX6 mit ihrem integrierten elektronischen ND-Filter, SDI-Anschluss und der klassischen Broadcast-Ergonomie weiterhin die erste Wahl für größere TV-Produktionen oder Filmcrews.
Die fünf größten Neuerungen auf einen Blick
Die Sony FX5 bringt zahlreiche technische Neuerungen mit. Besonders diese fünf Highlights stechen hervor und prägen den Charakter der neuen Cinema-Kamera:
- Neuer Full-Frame-Stacked-Sensor mit schneller Auslesung und Open-Gate-Aufzeichnung.
- Interne 16-Bit-RAW-Aufzeichnung im Sony X-OCN-Format, wodurch externe RAW-Rekorder in vielen Situationen überflüssig werden.
- 32-Bit-Float-Audio in Verbindung mit dem neuen XLR-Handgriff für professionelle Tonaufnahmen.
- Komplett überarbeitetes Monitoring mit False Color, Waveform, Vectorscope und einem größeren 16:9-Full-HD-Display.
- Optionaler OLED-Sucher, der insbesondere bei Drehs im Freien für deutlich komfortableres Arbeiten sorgt.
Diese Neuerungen zeigen bereits, wohin die Reise geht: Die FX5 ist nicht einfach eine leistungsstärkere FX3, sondern eine eigenständige Cinema-Kamera mit klarer Ausrichtung auf professionelle Produktionen.
Sensor & Bildqualität – Stacked-Power statt Megapixel-Wahn
Die Anforderungen an die Sensorauslesung haben sich grundlegend gewandelt. Bei schnellen Kamerabewegungen, Action-Drehs oder Fahrzeugaufnahmen führt der Rolling-Shutter-Effekt bei herkömmlichen Sensoren oft zu unbrauchbarem Bildmaterial.
Sony löst dieses Problem in der FX5 durch den Wechsel auf die modernste Sensortechnologie.
Das Herzstück der Kamera ist ein rückwärtig belichteter Exmor RS Vollformat-Stacked-CMOS-Sensor mit rund 16,6 MP effektiver Auflösung, der vom brandneuen BIONZ XR2 Prozessor mit integrierter KI-Recheneinheit flankiert wird.
Da es sich um einen gestapelten (Stacked) Sensor handelt, werden die Pixeldaten extrem schnell ausgelesen. Das minimiert den Rolling-Shutter-Effekt auf ein absolutes Minimum.
Die Auflösung von rund 5.000 horizontalen Pixeln bietet die perfekte Balance: Sie liefert ein hervorragendes 5K-Oversampling für gestochen scharfe 4K-Ausgaben, reichlich Spielraum für die Post-Stabilisierung und flexibles Reframing, ohne die Datenleitungen und Speichermedien mit den gigantischen, oft unhandlichen Datenbergen eines 8K-Sensors zu verstopfen.
5K Open Gate – Volle Sensorfläche für maximale Flexibilität
In einer Medienlandschaft, die zeitgleich horizontales Breitbild (Kino/YouTube) und vertikale Formate (Social Media) fordert, ist das klassische 16:9-Sensor-Format oft eine gestalterische Sackgasse.
Wer bei der Aufnahme cropt, verliert wertvolle Auflösung und Bildwinkel. Die FX5 löst dieses Problem durch die native Unterstützung von 5K Open Gate im Seitenverhältnis 3:2 mit einer Auflösung von 4.992 x 3.328 Pixeln.
Da Open Gate die gesamte physische Höhe des Vollformatsensors nutzt, ergeben sich drei elementare Vorteile für eure tägliche Praxis:
- Optimierter Anamorphic-Workflow: Anamorphotische Objektive projizieren einen kreisförmigen Bildbereich, der bei einem 3:2-Sensor vertikal deutlich effizienter ausgenutzt wird. Das Ergebnis ist eine sichtbar höhere vertikale Auflösung und der charakteristische, organische Cinemascope-Look.
- Nachträgliches Re-Framing: Ein im Seitenverhältnis 16:9 exportierter Ausschnitt (4.992 x 2.808 Pixel) lässt sich in der Timeline flexibel nach oben oder unten verschieben, um Bildkompositionen im Nachhinein zu perfektionieren oder Mikrofone im oberen Bildrand verschwinden zu lassen.
- Verlustfreie Mehrfachverwertung: Aus einem einzigen 3:2-Take lassen sich ohne nennenswerten Qualitätsverlust sowohl ein horizontales Breitbild-Format als auch ein vertikales 9:16-Format für Social-Media-Kanäle extrahieren.
Hohe Bildraten für cineastische Zeitlupen
Für spektakuläre Action-Szenen, Sportaufnahmen oder emotionale B-Roll-Elemente sind flüssige, hochauflösende Zeitlupen unerlässlich. Viele kompakte Kameras erkaufen sich extrem hohe Bildraten jedoch mit massivem Detailverlust oder einem extremen Crop-Faktor.
Die FX5 bietet hier erstklassige Performance, die über die kommenden Firmware-Updates kontinuierlich erweitert wird:
- 5K Open Gate (3:2) mit bis zu 120p (geplant für das kostenlose Firmware-Update V2) ermöglicht hochauflösende Zeitlupen bei voller Sensorhöhe für maximale gestalterische Freiheit.
- 4K mit bis zu 240p im Crop-Modus (ebenfalls ab Version V2 verfügbar) liefert eine beeindruckende 10-fache Verlangsamung (basierend auf einer 24p-Timeline) im Super35-Format (3.872 x 2.176 Pixel).
Praxishinweis: Bei Aufnahmen im 240p-Crop-Modus solltet ihr im Vorfeld die veränderte Brennweitenwirkung eurer Objektive einkalkulieren. Ein weitwinkliges 24 mm Objektiv verhält sich an der Kamera durch den Sensor-Crop wie eine Standardbrennweite.
Internes X-OCN – High-End-RAW ohne Recorder-Ballast
Der größte technologische Meilenstein der FX5 ist die Implementierung von Sonys High-End-RAW-Format X-OCN (Extended tonal range Original Camera Negative) direkt in der Kamera.
Bisher war dieses hocheffiziente Format Flaggschiffen wie der VENICE 2 oder BURANO vorbehalten. X-OCN speichert die Sensordaten mit einer Farbtiefe von echten 16-Bit, was im Vergleich zu herkömmlichen 10-Bit- oder 12-Bit-Formaten (wie ProRes) eine exponentiell feinere Abstufung der Tonwerte ermöglicht.
Die FX5 stellt euch drei interne X-OCN-Varianten zur Verfügung, um Datenrate und Bildqualität optimal an das jeweilige Projekt anzupassen:
- X-OCN LT: Die etablierte, extrem detailreiche RAW-Variante mit einer Datenrate von rund 389 Mbit/s bei 24p.
- X-OCN C1 (Compact 1): Eine neu entwickelte, hocheffiziente Kompressionsstufe, die erstklassige 16-Bit-Bilder bei einer reduzierten Datenrate von ca. 289 Mbit/s aufzeichnet.
- X-OCN C2 (Compact 2): Die am stärksten komprimierte RAW-Variante, die eure Datenrate bei 24p auf nur 232 Mbit/s senkt – perfekt, um Speicherplatz bei langen Drehtagen zu sparen und Übertragungszeiten am Set zu minimieren.
Da die FX5 X-OCN intern aufzeichnet, entfallen klobige externe Recorder, unzuverlässige HDMI-Kabelverbindungen und zusätzliche schwere Akku-Rigs. Euer Kameraaufbau bleibt federleicht, unauffällig und extrem agil.

Speichermedien – Leistung hat ihren Preis
Die enorme Bandbreite, die für die interne Aufzeichnung von unkomprimierten 16-Bit-Sensordaten im X-OCN-Format nötig ist, stellt höchste Anforderungen an die Schreibgeschwindigkeit der Speichermedien.
Um Datenverluste oder Schreibabbrüche am Set kategorisch auszuschließen, setzt die FX5 auf ein duales Kartenschacht-Design:
Die beiden universellen Steckplätze nehmen sowohl ultraschnelle CFexpress Type A Karten als auch SDXC (UHS-II/UHS-I) Karten auf. Für die anspruchsvollen X-OCN-Aufzeichnungen sowie die extremen High-Frame-Rate-Modi schreibt Sony die Verwendung von CFexpress-Karten mit dem VPG400-Standard zwingend vor.
Dieser Standard garantiert eine kontinuierliche, nicht einbrechende Mindestschreibgeschwindigkeit von 400 MB/s. Vorhandene, langsamere SD-Karten lassen sich für die Standard-XAVC-Codecs im Alltag weiterhin problemlos nutzen.
Dynamikumfang und das neue Dreifach-ISO-Konzept
Schwierige Lichtverhältnisse – wie grelles Sonnenlicht gepaart mit tiefen Schatten oder nächtliche Street-Szenen – bringen klassische Sensoren schnell an ihre Grenzen. Die FX5 meistert diese Kontraste mit einem Dynamikumfang von mehr als 15 Blendenstufen (ohne aktiviertes Dual Gain). Einzigartig in dieser Kameraklasse ist das hochentwickelte Drei-Basis-ISO-Konzept:
- ISO 800
- ISO 4.000
- ISO 12.800
Während ISO 800 für optimal ausgeleuchtete Studiosets prädestiniert ist und ISO 12.800 das Rauschen in extremen Low-Light-Umgebungen minimiert, schließt ISO 4.000 die kritische Lücke bei dämmrigem Licht, Innenaufnahmen oder Abendveranstaltungen.
Zusätzlich minimiert eine dedizierte Dual-Gain-Funktion das Bildrauschen in den Schattenbereichen und maximiert den nutzbaren Dynamikumfang in dunklen Szenen.
Hinweis zu den Einschränkungen der Dual-Gain-Funktion: Bei aktiviertem Dual Gain ist im Log-Betrieb die Basis-ISO fest auf ISO 800 (maximaler Belichtungsindex EI 3200) eingestellt. Die maximale Bildrate verringert sich im 5K Open Gate (3:2) Modus auf 30p (in allen anderen Modi auf 60p.
KI-gestützter Autofokus für Solo-Operator und kleine Teams
Gerade bei dokumentarischen Drehs, schnellen Event-Einsätzen oder Gimbal-Fahrten ist die manuelle Schärfenachführung für Solo-Operatoren oft unmöglich. Der KI-gestützte Autofokus der FX5, angetrieben durch die dedizierte KI-Einheit des BIONZ XR2 Prozessors, revolutioniert die Motivverfolgung grundlegend.
Die Kamera erkennt nicht nur Gesichter und Augen mit unübertroffener Präzision, sondern verfügt über eine hochentwickelte, mehrstufige Motiverkennung:
- Human only AF / Human priority AF: Hält den Fokus auch dann eisern auf dem Gesicht des Protagonisten, wenn sich dieser von der Kamera wegdreht, das Gesicht kurzzeitig verdeckt wird oder Sonnenbrillen und Masken getragen werden.
- Animal/Bird priority AF: Perfekt für Naturfilmer und anspruchsvolle Dokumentationen.
Dank tiefgreifender Optimierungen des Kamerasensors arbeitet dieses Autofokus-System selbst unter extremen Bedingungen – wie Aufnahmen bei Nacht oder in schwach beleuchteten Räumen bei aktiver ISO 12.800 – absolut zuverlässig und frei von störendem Fokus-Pumpen.

Bildstabilisierung auf neuem Niveau und exklusiver Service
Ruhige, organische Handaufnahmen ohne den zeitaufwendigen Aufbau eines Gimbals sind für moderne, schnelle Workflows ein unschätzbarer Vorteil. Die FX5 kombiniert eine mechanische Sensorstabilisierung mit einer intelligenten elektronischen Korrektur im „Dynamic Active“-Modus, bei dem die effektive Rotationskompensation im Vergleich zur FX3 verdoppelt wurde.
Für professionelle Spezialanwendungen bietet Sony zudem einen völlig neuen, maßgeschneiderten Service an:
Image Stabilization Fixation Service: Für extreme Drehszenarien, wie den Einsatz auf Kamerakranen, Car-Rigs oder Heavy-Duty-Drohnen, können hochfrequente Vibrationen trotz mechanischer Stabilisierung zu unnatürlichem Bildzittern führen. Über diesen kostenpflichtigen, mechanischen Service im Sony Service Center wird die sensorbasierte Bildstabilisierung (IBIS) der FX5 dauerhaft und unumkehrbar fest arretiert (gelockt). Das Menü zur Bildstabilisierung wird dabei deaktiviert und die Kamera verhält sich wie ein reines, starres Cinema-System.
Umfassender Anamorphic-Support
Für cineastische Produktionen ist der Einsatz von anamorphotischen Objektiven ein wichtiges Stilmittel. Die FX5 bietet einen integrierten Echtzeit-De-Squeeze direkt im Kameramenü. Sie unterstützt eine Vielzahl gängiger Stauchungsfaktoren:
- 1,3-fach
- 1,5-fach
- 1,6-fach
- 1,8-fach
- 2,0-fach
Das entzerrte Cinemascope-Bild wird verzögerungsfrei auf dem Kameradisplay sowie über den HDMI-Ausgang an externe Monitore übertragen. Dies ermöglicht eine fehlerfreie Beurteilung der Bildkomposition und des Fokus direkt am Set, ohne dass teure externe Vorschaumonitore mit integrierter De-Squeeze-Funktion angeschafft werden müssen.
Ergonomie & Gehäusedesign – Pure Videofokussierung
Wer professionell filmt, benötigt direkten Zugriff auf alle videorelevanten Parameter und darf nicht durch verschachtelte Fotomenüs ausgebremst werden.
Die FX5 bricht radikal mit dem Erbe klassischer spiegelloser Fotokameras. Die Benutzeroberfläche wurde komplett im CineAlta-Stil gestaltet und orientiert sich an der klaren, logischen Struktur von FX6, BURANO und VENICE 2.
Das Gehäuse verfügt über dedizierte Tasten für die wichtigsten Produktionsfunktionen:
- CLIPS
- MENU
- BACK
- HOME
- USER
Fotofunktionen wurden konsequent aus der Software entfernt, was die Menüstruktur drastisch vereinfacht und beschleunigt. Für Teams, die im rauen Produktionsalltag zwischen verschiedenen Sony Cinema-Kameras wechseln, entfällt jegliche Umgewöhnungszeit.

Display & Sucher – Erstklassiges Monitoring am Set
Die exakte Beurteilung von Fokus, Belichtung und Bildkomposition entscheidet über die Qualität des Drehs. Die FX5 bietet hierfür zwei erstklassige Optionen:
- Vierachsiges 3,5-Zoll-Display: Der hochauflösende Monitor verfügt über 2,76 Millionen Bildpunkte im weiten 16:9-Format. Dank der flexiblen 4-Achsen-Aufhängung lässt sich das Display in jedem erdenklichen Winkel positionieren – ideal für extrem bodennahe Perspektiven oder den Einsatz auf Schulter-Rigs.
- Optionaler OLED-Sucher (EVF): Für Drehs im gleißenden Sonnenlicht oder bei kritischer manueller Fokussierung bietet Sony einen abnehm- und neigbaren OLED-Sucher an. Mit 3,68 Millionen Bildpunkten, einer 0,9-fachen Vergrößerung und einer extremen Spitzenhelligkeit von bis zu 2.500 cd/m² (10-Bit, weiter Farbraum) liefert er eine brillante Vorschau.
- OSD Black Funktion: Um das Videobild perfekt beurteilen zu können, nutzt die FX5 das von der VENICE 2 bekannte Display-Format. Sämtliche Statusinformationen und Kameraparameter werden im schwarzen Rand außerhalb des aktiven Videobildes angezeigt, sodass das Sucherbild absolut frei von störenden Schrifteinblendungen bleibt.

Professionelles Audio und Timecode am Set
96 kHz / 32-Bit-Float-Audio über den neuen XLR-Griff
Tonprobleme am Set – wie plötzlich übersteuernde Stimmen oder im Rauschen untergehende Leisepassagen – können eine Produktion ruinieren. Die FX5 bietet in Kombination mit dem neu entwickelten XLR-Handgriff bietet eine revolutionäre Audio-Aufzeichnung mit 96 kHz und 32-Bit-Float über 4 Kanäle.
Der immense Dynamikbereich der 32-Bit-Float-Technologie macht das manuelle Einpegeln nahezu überflüssig, da übersteuerte Signale in der Postproduktion ohne Qualitätsverlust leiser geregelt und extrem leise Passagen rauschfrei angehoben werden können.
Wichtiger Kompatibilitätshinweis: Aufgrund veränderter Gehäuseabmessungen und neuer Schraubpositionen ist der alte XLR-H1-Griff der FX3 nicht mit der FX5 kompatibel.
Perfekter Multi-Kamera-Workflow dank dediziertem Timecode-Kabel
Für eine nahtlose Integration in professionelle Multi-Kamera-Setups bietet Sony ein neues, kompaktes USB-C-auf-BNC-Adapterkabel an. Über dieses Kabel lässt sich die FX5 direkt mit externen Timecode-Generatoren oder anderen Kameras (wie der FX6) verbinden. Bild und Ton aller Kameras werden in der Postproduktion vollautomatisch auf Knopfdruck synchronisiert.

Sony FX5 – Wahlweise als Body oder im Set mit XLR-Handgriff
Die Sony ILME-FX5 ist sowohl als Body als auch im Set mit dem neuen XLR-Handgriff erhältlich. Die Kamera selbst ist in beiden Fällen identisch – der Unterschied liegt ausschließlich im Lieferumfang. Wer bereits mit einem eigenen Audio-Setup arbeitet oder professionelles Zubehör besitzt, kann zum Body greifen und sein bestehendes Equipment weiter nutzen.
Für viele Filmemacher dürfte jedoch das Set aus Sony ILME-FX5 und XLR-Handgriff die attraktivere Wahl sein. Der speziell für die FX5 entwickelte Handgriff erweitert die Kamera um professionelle XLR-Anschlüsse und ermöglicht die Nutzung der integrierten 32-Bit-Float-Audioaufzeichnung. Dadurch lassen sich hochwertige Mikrofone direkt anschließen, ohne auf zusätzliche Audiorekorder angewiesen zu sein.
Gerade bei Dokumentationen, Reportagen, Interviews oder Unternehmensfilmen spielt diese Kombination ihre Stärken aus. Ton und Bild entstehen in einem kompakten Setup, das den Aufbau am Set vereinfacht und gleichzeitig professionelle Audioqualität ermöglicht.
Wer zunächst mit dem Body startet, bleibt dennoch flexibel: Der XLR-Handgriff ist auch separat erhältlich und kann jederzeit nachgerüstet werden. So lässt sich die Sony ILME-FX5 problemlos an wachsende Anforderungen oder neue Produktions-Workflows anpassen.
Die Sony FX5 wurde für anspruchsvolle Filmschaffende entwickelt und ermöglicht kompromisslose, kinoreife Aufnahmen. Mit 5K Open Gate, interner RAW-Aufzeichnung und einem Dynamikumfang von 15 Blendenstufen verbindet sie kompakte Bauweise mit professioneller Leistung. Dank optionalem elektronischen Sucher, dediziertem Timecode und 32-Bit-Float-Audio eignet sie sich ideal für moderne Produktionsumgebungen. Im Set inkl. Sony XLR-H2 Griff. Produktbilder zeigen optionales Zubehör und Anwendungsbeispiele.
- Bajonettanschluss: Sony E
- Spotbelichtung
- LiveView
- 4K Video
- Li-Ion Akku NP-SA100
Unser Tipp von Foto Erhardt: Wer die Sony ILME-FX5 überwiegend für professionelle Videoproduktionen einsetzt, sollte das Bundle mit XLR-Handgriff in Betracht ziehen. Gegenüber einem späteren Einzelkauf ist das Set häufig die wirtschaftlichere Lösung und bietet von Anfang an Zugriff auf die erweiterten Audiofunktionen der Kamera.
Konnektivität, Netzwerk und Energieversorgung
- Dual USB-C & Integrierter RJ45 Ethernet-Port: Die FX5 verfügt über zwei separate USB-C-Anschlüsse sowie einen dedizierten, kabelgebundenen Ethernet-Anschluss (Ethernet-Schnittstelle). Dies erlaubt die simultane Stromversorgung der Kamera via Power Delivery bei gleichzeitigem Anschluss von Netzwerkadaptern oder mobilem Tethering.
- Wi-Fi 6 (6 GHz Support): Für drahtlose Workflows unterstützt die Kamera den modernen standardisierten Wi-Fi 6 (802.11ax) Standard inklusive des weniger frequentierten 6 GHz-Bands. Dies ermöglicht eine extrem schnelle und stabile Datenübertragung direkt vom Set.
- Monitor & Control App (Ver. X): Über die aktualisierte App lassen sich Belichtungswerte wie Waveform, False Color, Zebra und Histogramm drahtlos in Echtzeit auf einem Smartphone oder Tablet überwachen.
- Neuer Hochleistungsakku (NP-SA100): Mit 7,82 V und 20,9 Wh bietet der neue Akkutyp eine Kapazitätssteigerung von rund 30 % im Vergleich zur FX3. Dies ermöglicht eine kontinuierliche Aufnahmezeit von bis zu 170 Minuten im anspruchsvollen 5K-Aufnahmemodus.
FX3 vs. FX5 vs. FX6: Welche Kamera für welchen Einsatz?
| Feature | Sony FX3 | Sony FX5 | Sony FX6 |
| Effektive Auflösung | 10,3 MP (Video) | 16,6 MP Exmor RS | 10,2 MP |
| Sensor-Technologie | BSI-CMOS | Stacked-CMOS (Fast Readout) | BSI-CMOS |
| Open Gate Support | Nein | Ja (5K 3:2) | Nein |
| Internes RAW | Nein | Ja (16-Bit X-OCN LT/C1/C2) | Nein (nur extern) |
| Internes X-OCN | Nein | Ja | Nein |
| SDI | Nein | Nein | Ja |
| Native Basis-ISOs | Dual 800 / 12.800 | Triple 800 / 4.000 / 12.800 | Dual 800 / 12.800 |
| Audio-Format | 24-Bit (XLR-Griff) | 32-Bit Float / 96 kHz (4-Kanal) | 24-Bit (XLR) |
| Display-Typ | 3,0 Zoll Vari-Angle | 3,5 Zoll 4-Achsen-Multi-Angle | Modularer Monitor |
| Sucher-Option | Nein | Ja (Optionaler OLED EVF) | Nein |
| Typischer Einsatz | Solo, Gimbal, Creator | Werbung, Doku, Event, B-/C-Cam | Broadcast, TV, größere Crews |

Unser Fazit zur Sony FX5
Die Sony FX5 ist ein technologisches Meisterwerk für anspruchsvolle, kompakte High-End-Produktionen. Mit der Kombination aus 5K Open Gate, der hocheffizienten internen 16-Bit X-OCN-RAW-Aufzeichnung und dem wegweisenden 32-Bit-Float-Audio liefert sie Werkzeuge, die eure kreative Freiheit in der Postproduktion massiv erweitern, ohne das Setup am Set zu überladen.
Sie ist die perfekte Wahl für alle anspruchsvollen Filmemacher, die die Agilität einer kompakten Kamera mit der kompromisslosen Bildgewalt und Flexibilität moderner Cinema-Kameras der Spitzenklasse vereinen wollen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Sony FX5
Kann ich meinen vorhandenen XLR-H1 Griff der FX3 an der FX5 weiterverwenden?
Nein. Aufgrund veränderter physikalischer Gehäuseabmessungen und neu positionierter Gewindebohrungen an der Oberseite der FX5 ist der alte XLR-H1 Griff mechanisch nicht kompatibel. Für die Nutzung von XLR-Eingängen und der 32-Bit-Float-Aufnahme an der FX5 ist der neue, speziell für diese Kamera entwickelte XLR-Griff erforderlich.
Benötige ich für die X-OCN-Aufnahme zwingend CFexpress Type A Karten?
Ja, für alle Aufnahmen im X-OCN-Format (LT, C1 und C2) schreibt Sony die Verwendung von CFexpress Type A Karten vor, die den VPG400-Standard erfüllen. Herkömmliche SD-Karten (UHS-II) sind für diese extremen Datenraten gesperrt, können jedoch für die Standard-XAVC-Codecs weiterhin in beiden Slots genutzt werden.
Sind die hohen Bildraten wie 5K 120p und 4K 240p direkt ab Verkaufsstart verfügbar?
Nein. Die extremen High-Frame-Rate-Modi (5K Open Gate mit bis zu 120 fps und 4K mit bis zu 240 fps sind Teil von Sonys offizieller Firmware-Roadmap und werden über ein kostenloses Firmware-Update der Version V2 nachgereicht. Ab Verkaufsstart im August 2026 unterstützt die Kamera Bildraten bis zu 60 fps in allen Auflösungen.
Was hat es mit dem „Image Stabilization Fixation Service“ auf sich?
Dies ist ein spezieller, kostenpflichtiger Service von Sony für professionelle Anwender, die die Kamera primär auf Drohnen, Gimbals oder Car-Rigs einsetzen. Da hochfrequente Vibrationen bei aktiver mechanischer Stabilisierung (IBIS) zu unnatürlichen Bildstörungen führen können, arretiert das Sony Service Center die Sensoreinheit mechanisch und dauerhaft im Gehäuse. Dieser Schritt ist irreversibel und deaktiviert das Stabilisierungsmenü der Kamera dauerhaft.
Wie wird der Timecode an der FX5 angeschlossen?
Die FX5 verfügt über keinen klassischen BNC-Timecode-Anschluss direkt am Gehäuse. Stattdessen wird die Timecode-Synchronisation über das neue, optionale USB-C-auf-BNC-Kabel gelöst. Über dieses Kabel lässt sich ein Timecode-Signal (TC in) von externen Generatoren oder anderen Kameras wie der FX6 direkt in den USB-C-Anschluss der FX5 einspeisen.
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