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Die Sony Alpha 7R VI im ausführlichen Praxistest

Wenn ihr euch in der Welt der professionellen Fotografie bewegt, kennt ihr das altbekannte Dilemma: Entweder ihr entscheidet euch für die maximale Auflösung, um jedes Detail für großformatige Drucke einzufangen, oder ihr wählt die Geschwindigkeit, um im Sport- oder Wildlife-Bereich keine Millisekunde zu verpassen. Mit der Vorstellung der Sony Alpha 7R VI und dem neuen FE 100-400mm F4.5 GM II OSS scheint Sony genau diese Grenze eingerissen zu haben. 

Obwohl unser Fokus ganz klar auf dem neuen Kameramodell liegt, haben wir uns die Architektur der beiden neuen Werkzeuge im Detail angeschaut und für euch getestet.

Nun erklären wir euch, was es für euren Workflow bedeutet.

Preis und Verfügbarkeit: Die Sony Alpha 7R VI UVP 5.099 € und das FE 100-400mm F4.5 GM II OSS UVP 4.999 € sind in bei uns ab sofort vorbestellbar.

Technische Highlights im Überblick

  • Sensor: 66,8 MP Exmor RS (Stacked) für minimale Verzerrung
  • Speed: 30 fps Blackout-frei im elektronischen Modus
  • AF: Real-time Recognition AF+ mit intelligentem AUTO-Modus
  • Video: 8K 30p / 4K 120p / 32-bit Float 4ch Audio
  • Stabilisierung: 8,5 Stufen IBIS + Dynamic Active Mode
  • Objektiv: 100-400mm F4.5 durchgehend, Innenzoom, 1.840g
  • Optik: 4x XD-Linearmotoren für extrem schnellen Fokus
  • Connectivity: Wi-Fi 6GHz (802.11ax), Dual USB-C (PD Unterstützung)
Sony Alpha ILCE-7R VI Gehäuse

Die Alpha 7R VI kombiniert 66,8 MP Auflösung mit KI-gestütztem Prozessor, 30 Bildern pro Sekunde, 8K-Video und leistungsstarkem Autofokus. Mit bis zu 16 Stufen Dynamikumfang eignet sie sich perfekt für Profis, die höchste Bildqualität, schnelle Arbeitsabläufe und maximale Flexibilität erwarten. Produktbilder zeigen optionales Zubehör und Anwendungsbeispiele.

Top-Features Sony Alpha ILCE-7R VI Gehäuse
  • Bajonettanschluss: Sony E
  • LiveView
  • 4K Video
  • Li-Ion Akku NP-SA100
Zum Produkt

In diesem Video-Review verrät euch Ralf, worauf es bei der Sony Alpha 7R VI und dem FE 100-400mm F4.5 GM II OSS wirklich ankommt.

Der Sensor – Warum „Stacked“ bei 67 Megapixeln alles verändert

Sony Alpha 7R VI Kamera in der Vorderansicht.

Bisher war die Sony Systemkamera der R-Serie mit klassischen rückwärtig belichteten Sensoren (BSI) ausgestattet. Diese liefern zwar eine exzellente Bildqualität, haben aber eine physikalische Grenze: Die Auslesegeschwindigkeit. Wenn ihr bisher mit 61 Megapixeln und einem elektronischen Verschluss gearbeitet habt, war der Rolling-Shutter-Effekt bei schnellen Bewegungen euer ständiger Begleiter. Gerade bei Mitziehern oder verformten sich vertikale Linien unschön.

Sony Alpha 7R VI Rückansicht.

Die Alpha 7R VI nutzt nun einen neu entwickelten 66,8 Megapixel Exmor RS Sensor. Das „S“ steht für „Stacked“. Hier ist die Verarbeitungselektronik direkt hinter der Pixelschicht geschichtet.

Sony Alpha 7R VI mit Batteriegriff.

Was bedeutet das für euch in der Praxis? 

Die Kamera kann die immense Datenmenge von fast 67 Millionen Bildpunkten so schnell auslesen, dass sie nun 30 Bilder pro Sekunde im elektronischen Modus schafft – und das blackout-frei. Ihr seht also durchgehend das Live-Bild, während ihr eine Serie schießt, die groß genug für eine Plakatwand ist.

Dieser Technologiesprung ist deshalb so relevant, weil er die Alpha 7R VI in Territorien schickt, die bisher der Alpha 1 oder Alpha 9 vorbehalten waren. Wenn ihr Vögel im Flug fotografiert, könnt ihr jetzt so tief in das Gefieder croppen wie nie zuvor, ohne auf die nötige Serienbildrate verzichten zu müssen. Der Dual-Gain-Aufbau sorgt zudem dafür, dass der Dynamikumfang bei 16 Blendenstufen liegt. Das gibt euch in der Nachbearbeitung Reserven, die ihr besonders bei kontrastreichen Lichtsituationen – etwa bei tiefstehender Sonne hinter einem Motiv – schätzen werdet. Ihr müsst euch nicht mehr zwischen der Detailtiefe einer Studiokamera und der Schnelligkeit einer Sport-Kamera entscheiden.

Upgrade-Check – Lohnt sich der Wechsel?

Sony Alpha 7R V und Sony Alpha 7R VI nebeneinander in der Vorderansicht.

Wann solltet ihr den Geldbeutel zücken? Ein Upgrade von der Alpha 7R V lohnt sich vor allem dann, wenn euch bisher die Geschwindigkeit für Wildlife- oder Sportaufnahmen fehlte. 

Sony Alpha 7R V und Sony Alpha 7R VI nebeneinander in der Rückansicht.

Der Wechsel vom BSI- zum Stacked-Sensor eliminiert die bisherige Schwäche der R-Serie bei Action-Szenen. Wer zudem professionell im Videobereich arbeitet, findet im 32-bit Float Audio ein Alleinstellungsmerkmal, das den Workflow massiv absichert. 

Sony Alpha 7R V und Sony Alpha 7R VI nebeneinander in der Draufsicht.

Besitzt ihr noch eine Alpha 7R IV oder ein älteres Modell, ist der Sprung durch die neue KI-Autofokus-Einheit und den Stacked-Sensor so gewaltig, dass sich das Investment fast immer auszahlt – besonders in Kombination mit dem neuen 100-400mm F4.5.

Die Entscheidung hängt letztlich an eurem speziellen Workflow: Wenn du einen soliden Allrounder für den Alltag suchst, ist die A7 V die vernünftige Wahl, während Detail-Enthusiasten bei der A7R VI und ihren 67 MP voll auf ihre Kosten kommen.

Wer am Spielfeldrand keine Millisekunde verpassen darf, setzt auf den extremen Speed der A9 III – und für alle, die das Maximum an Hybrid-Power ohne Kompromisse wollen, führt kein Weg an der A1 II vorbei.

EigenschaftenSony A7 VSony A7R VISony A1 IISony A9 III
Sensor (Typ/Größe)33 MP partially stacked Exmor R CMOS67 MP stacked Exmor RS CMOS50,1 MP stacked Exmor RS CMOS24,6 MP Global Shutter CMOS
BildprozessorBIONZ XR2 + AI Processing UnitBIONZ XR2 + AI Processing UnitDual BIONZ XR + AI Processing UnitDual BIONZ XR + AI Processing Unit
KamerasucherOLED EVF, 3,69 Mio. PunkteOLED EVF, 9,44 Mio. PunkteOLED EVF, 9,44 Mio. PunkteOLED EVF, 9,44 Mio. Punkte
Display3,2 Zoll, 4-Achsen Multi-Angle3,2 Zoll, 4-Achsen Multi-Angle3,2 Zoll, 4-Achsen Multi-Angle3,2 Zoll, 4-Achsen Multi-Angle
Bildstabilisierung5-Achsen IBIS, bis 7,5 Stufen5-Achsen IBIS, bis 8,5 Stufen5-Achsen IBIS, bis 8,5 Stufen5-Achsen IBIS, bis 8 Stufen
Geschwindigkeit
(Foto)
10 B/s mechanisch
bis 30 B/s elektronisch
10 B/s mechanisch
bis 30 B/s elektronisch blackout-free
bis 30 B/s elektronischbis 120 B/s elektronisch
Video (Auflösung/Framerate)4K 60p (FF)
4K 120p (S35)
8K 30p
4K 120p
8K 30p
4K 120p
4K 120p
VoraufnahmeJa, 0,03–1 SekundeJa, 0,03–1 SekundeJaJa
Kartenslots2x CFexpress Typ A / SD UHS-II2x CFexpress Typ A / SD UHS-II2x CFexpress Typ A / SD UHS-II2x CFexpress Typ A / SD UHS-II
Abmessungen130,3 × 96,4 × 82,4 mmca. 130 × 97 × 83 mm136,1 × 96,9 × 82,9 mm136,1 × 96,9 × 82,9 mm
Gewichtca. 695 gca. 713 gca. 743 gca. 702 g

Autofokus – Die Kamera denkt mit

Die reine Rechenpower hat sich durch die neue KI-Verarbeitungseinheit massiv erhöht. Das neue System nennt sich Real-time Recognition AF+. Aber was verbirgt sich hinter dem Pluszeichen?

Der entscheidende Mehrwert für euch ist der neue „AUTO“-Modus bei der Motiverkennung. 

Stellt euch vor: Ihr fotografiert im Wald, habt die Kamera auf „Vogel“ eingestellt, aber plötzlich taucht ein Reh auf. Bisher hätte man im Menü oder per Custom-Taste das Motiv mühsam umschalten müssen, während das Reh schon wieder weg war. 

Die Alpha 7R VI erkennt nun automatisch, was sich vor der Linse befindet. So nutzt die KI beispielsweise „Human Pose Estimation“, um Menschen auch dann im Fokus zu behalten, wenn sie sich wegdrehen, Masken tragen oder von Ästen verdeckt werden.

Für euch bedeutet das: Ihr könnt euch mehr auf die Bildkomposition konzentrieren und weniger auf die Technik. Die Trefferquote bei 30 fps ist durch die vier XD-Linearmotoren im Objektiv – die den Fokus dreimal schneller bewegen als beim Vorgänger – nahezu perfekt. Das ist besonders kritisch, wenn ihr mit der geringen Schärfentiefe bei F4.5 und 400mm arbeitet. Hier entscheiden Millimeter über einen scharfen Blick oder ein unbrauchbares Bild.

Bildstabilisierung – Schärfe bei 67 Megapixeln halten

Ein oft unterschätztes Problem bei extrem hochauflösenden Sensoren ist die Mikroverwacklung. Je mehr Pixel ihr auf der gleichen Fläche unterbringt, desto eher fällt selbst das kleinste Zittern eurer Hände auf. Sony hat hier nachgebessert: Die kamerainterne Stabilisierung (IBIS) schafft nun 8,5 Stufen im Zentrum und 7 Stufen in der Peripherie.

Für Landschaftsfotografen unter euch bedeutet das, dass ihr in der blauen Stunde öfter auf das Stativ verzichten könnt. 

Für Videografen gibt es den neuen Dynamic Active Mode. Dieser nutzt einen Teil des Sensors als Puffer, um elektronisch und mechanisch so stark zu stabilisieren, dass ihr bei moderatem Gehen fast den Look einer Steadicam erreicht. 

Das ist besonders in Kombination mit dem 100-400mm spannend, da Tele-Aufnahmen aus der Hand sonst immer eine Herausforderung waren.

Audio-Revolution – 32-bit Float direkt in der Kamera

Oft vernachlässigt, aber für die heutigen Hybrid-Creator essentiell: Der Ton. Die Alpha 7R VI ist die erste Kamera ihrer Klasse, die 32-bit Float Audio intern über 4 Kanäle aufzeichnen kann.

Wenn ihr bisher Audio aufgenommen habt, musstet ihr den Pegel genau einstellen. War er zu laut, war der Ton verzerrt und damit unbrauchbar. War er zu leise und ihr habt ihn später angehoben, hattet ihr extremes Rauschen. 

32-bit Float hat einen so gewaltigen Dynamikumfang, dass Übersteuern technisch fast unmöglich ist. Ihr könnt den Ton in der Nachbearbeitung fast beliebig anpassen, als hättet ihr ein „RAW-Format für Audio“.

Für Dokumentarfilmer, die keine Chance für einen zweiten Take haben oder Solo-Filmer, die sich nicht gleichzeitig auf den Fokus und den Audio-Pegel konzentrieren können, ist das die ultimative Lebensversicherung.

Workflow & Konnektivität – Geschwindigkeit im Feld

Zeit ist Geld, besonders wenn ihr für Agenturen arbeitet oder eure Follower sofort mit Content bedienen wollt. Die Implementierung von Wi-Fi 6 (6GHz) ist hier kein Marketing-Gimmick. 

Wenn ihr hunderte 67-Megapixel-Dateien an einen FTP-Server schicken müsst, ist die stabilere und schnellere Verbindung über das 6GHz-Band ein Segen. In überfüllten Presseräumen oder Stadien, wo das 2,4GHz- und 5GHz-Band völlig überlastet ist, gibt euch das 6GHz-Band die nötige Freiheit und Übertragungsgeschwindigkeit.

Zusätzlich hat Sony die Ergonomie verfeinert. Der neue Akku mit 2670 mAh bietet rund 17 % mehr Kapazität, was bei der Rechenpower des Stacked Sensors auch nötig ist. Die beleuchteten Tasten helfen euch bei Astro-Aufnahmen oder in dunklen Konzertgräben. 

Es sind diese kleinen Details, die zeigen, dass hier auf das Feedback von Profis gehört wurde, die Nächte lang an der Seitenlinie oder im Ansitz verbringen.

Für wen ist dieses Setup am besten geeignet?

Die Frage: Braucht ihr das wirklich? Wenn ihr bisher eine Alpha 7R V genutzt habt, bekommt ihr hier vor allem eines: Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. 

Die Bildqualität der R-Serie war schon immer spitze, aber nun ist sie auch „actiontauglich“.

Die Anwender

  1. Wildlife-Fotografen: Ihr bekommt die Auflösung für enorme Crops (entspricht ca. 29 MP im APS-C Modus) und die Geschwindigkeit für den Moment, in dem der Eisvogel eintaucht. Das 100-400mm F4.5 ist hier die perfekte Ergänzung, da es lichtstark genug für die Dämmerung ist und durch den Innenzoom weniger anfällig für Umwelteinflüsse.
  2. Sport-Profis: Die 30 fps und das verbesserte Tracking machen die Kamera zur echten Alternative für die Alpha 1 II, besonders wenn ihr die zusätzlichen Megapixel für Details bei Mannschaftsfotos oder Weitwinkel-Stadionaufnahmen braucht. Der Preisvorteil gegenüber der A1-Serie könnte hier das ausschlaggebende Argument sein.
  3. Landschaftsfotografen: Der Pixel Shift Multi Shooting Modus liefert nun Bilder mit bis zu 265,8 Megapixeln. Dank der neuen Algorithmen können jetzt sogar leichte Bewegungen (wie wehendes Gras oder Wellen) im Pixel-Shift-Modus besser korrigiert werden, was diese Funktion endlich praxistauglich für Outdoor-Einsätze macht.
  4. Videografen: 8K 30p und 4K 120p (mit Crop) bieten euch Zeitlupenoptionen bei extrem hoher Schärfe. Die Kombination aus 32-bit Float Audio und der verbesserten Kühlung (Sigma-Graphit-Struktur) ermöglicht längere Aufnahmezeiten ohne Überhitzung.

Optik neu gedacht – Das FE 100-400mm F4.5 GM II OSS

Sony FE 100-400 f4.5 GM II OSS.

Kommen wir zum Glas. Das ursprüngliche 100-400mm aus dem Jahr 2017 war ein hervorragendes Sony Objektiv, hatte aber die typische Eigenschaft fast aller Tele-Zooms: Die Lichtstärke nahm beim Zoomen ab (f/4.5 bis f/5.6). 

Das neue Modell bricht mit dieser Tradition auf eine Weise, die wir in diesem Segment bisher nicht kannten.

Sony SEL FE 100-400mm f4,5 GM OSS

Das Vollformatobjektiv FE 100-400 mm F4.5 GM OSS von Sony ist ein G Master Objektiv für Fotografen und Filmemacher auf der Suche nach unvergleichlicher Bildqualität und Vielseitigkeit. Mit der F4.5 Blende bietet das Objektiv in jeglichen Lichtverhältnissen hervorragende Ergebnisse. Es ist für atemberaubende Wildlife- und Action-Aufnahmen geeignet und lässt sich für noch mehr Reichweite mit optionalen Telekonvertern von Sony kombinieren. Produktbilder zeigen optionales Zubehör und Anwendungsbeispiele.

Top-Features Sony SEL FE 100-400mm f4,5 GM OSS
  • Bajonettanschluss: Sony E
  • Lichtstärke: f4.5
Zum Produkt

Benchmark – Das 100-400mm F4.5 GM II OSS im Vergleich

Um die Leistung des neuen FE 100-400mm F4.5 GM II einzuordnen, muss man es gegen den Vorgänger und gegen spezialisierte Festbrennweiten stellen:

  • Gegenüber dem Vorgänger (Sony FE 100-400 mm f4,5-5,6 GM OSS): Der größte Sprung ist die konstante Blende F4.5. Während das alte Modell bei 400mm auf F5.6 abfiel, habt ihr hier eine volle 2/3 Blendenstufe mehr Licht. Zudem sorgt der Innenzoom für eine stabile Balance, während der Vorgänger den Schwerpunkt beim Ausfahren massiv nach vorne verlagerte.
  • Gegenüber einer 400mm F4.5 Festbrennweite: Das neue GM-Zoom erreicht fast die Schärfeleistung moderner Primes, bietet euch aber die Flexibilität, bei einem näher kommenden Motiv sofort auf 100mm zurückzuzoomen. Das spart euch das mühsame Wechseln des Bodys oder des Objektivs.
  • AF-Performance: Durch vier XD-Linearmotoren ist der Fokus laut Sony 3x schneller als beim 2017er Modell. Das ist der Unterschied zwischen einem scharfen Auge eines Falken im Sturzflug und einem Fokus, der knapp auf dem Flügel hängen bleibt.

Die Bedeutung der konstanten Lichtstärke

Es ist das weltweit erste Objektiv dieser Klasse mit einer durchgehenden Lichtstärke von F4.5. Warum ist das ein Gamechanger? Stellt euch vor, ihr filmt oder fotografiert einen Sportler, der auf euch zukommt. Ihr beginnt bei 100mm und zoomt rein auf 400mm. Bei herkömmlichen Objektiven müsstet ihr entweder die ISO oder die Verschlusszeit anpassen, weil die Blende am langen Ende „zugeht“. Das führt zu Inkonsistenzen im Bildlook und macht das manuelle Belichten zur Qual. 

Mit dem neuen GM-Objektiv bleibt die Belichtung über den gesamten Bereich stabil. Das spart euch massiv Zeit in der Postproduktion und ermöglicht ein schöneres, konsistentes Bokeh am langen Ende, das ihr für die Freistellung eurer Motive benötigt.

Innenzoom – Balance und Langlebigkeit

Ein weiteres Highlight ist das Innenzoom-Design. Im Gegensatz zum Vorgänger fährt der Tubus beim Zoomen nicht mehr aus. 

Das hat zwei entscheidende Vorteile für euren Alltag:

  1. Schwerpunkt: Wenn ihr die Kamera auf einem Gimbal oder einem Stativkopf mit präziser Balance nutzt, wandert der Schwerpunkt nicht mehr. Ihr müsst das System nicht ständig neu austarieren, nur weil ihr die Brennweite ändert. Das schont nicht nur eure Nerven, sondern auch die Motoren eures Gimbals.
  2. Wetterschutz: Ein ausfahrender Tubus wirkt oft wie eine Luftpumpe, die Staub und Feuchtigkeit ins Innere saugen kann. Das Innenzoom-System ist hier deutlich robuster und besser abgedichtet. Wer von euch oft in staubigen Stadien oder bei Nieselregen in der Natur unterwegs ist, wird diesen mechanischen Vorteil schnell zu schätzen wissen.

Neu hinzugekommen sind zwei Features, die Sony-Nutzer begeistern werden: Ein Funktionsring (Function Ring), der beispielsweise so belegt werden kann, dass ihr per einfachem Dreh sofort in den APS-C-Modus wechselt, um virtuell noch näher an euer Motiv heranzurücken. 

Zudem verfügt das Objektiv nun über einen hinteren Filterschacht (Rear Drop-in Filter). Das ist besonders für Videografen und Landschaftsfotografen wichtig, die ND-Filter nutzen wollen, ohne riesige 95mm-Schraubfilter an der Frontlinse befestigen zu müssen.

Mit einem Gewicht von 1.840 Gramm ist es zwar schwerer als der Vorgänger, aber ihr müsst das ins Verhältnis setzen: Ihr bekommt hier die Leistung eines 400mm F4.5 Primes mit der Flexibilität eines Zooms. Sony nutzt hier neue XA (Extreme Aspherical) und ED-Glaselemente, die chromatische Aberrationen (Farbsäume) fast vollständig eliminieren. Das ist bei einem Sensor mit fast 67 Megapixeln unerlässlich, da jede optische Schwäche gnadenlos aufgedeckt wird.

Etwas Kritik – Preis und Gewicht

Wir wollen nicht verschweigen, dass dieses Setup seinen Preis hat. Das FE 100-400mm F4.5 GM II OSS bewegt sich im Bereich von 5.100 bis 5.300 Euro. Das ist eine Ansage und liegt deutlich über dem Preis des Vorgängers. Ihr müsst euch also fragen, ob die konstante Blende und der Innenzoom diesen Aufpreis für euren speziellen Anwendungsfall rechtfertigen.

Auch das Gewicht des Objektivs von 1.840g ist nichts für den entspannten Sonntagsspaziergang. Dieses Equipment ist für den harten Arbeitseinsatz konzipiert, bei dem Leistung vor Kompaktheit geht. Wenn ihr jedoch die Qualität einer Festbrennweite in einem Zoom sucht, führt aktuell kaum ein Weg an diesem Glas vorbei.

Unser Fazit – Ein neues Zeitalter der R-Serie

Wir sehen hier nicht einfach nur eine Modellpflege. Die Kombination aus der Alpha 7R VI und dem FE 100-400mm F4.5 GM II OSS stellt den Status Quo in Frage. Sony hat die Architektur der Kamera so weit optimiert, dass die Grenzen zwischen den Genres verschwimmen.

Das Objektiv mit seiner konstanten Lichtstärke und dem Innenzoom setzt einen neuen Standard für Tele-Zooms. Es ist ein Werkzeug für diejenigen unter euch, die keine Lust mehr haben, sich zwischen Portabilität und absoluter High-End-Leistung zu entscheiden. Ihr kauft hier eine optische und elektronische Performance, die vor wenigen Jahren noch undenkbar war.

Sony Alpha ILCE-7R VI Gehäuse

Die Alpha 7R VI kombiniert 66,8 MP Auflösung mit KI-gestütztem Prozessor, 30 Bildern pro Sekunde, 8K-Video und leistungsstarkem Autofokus. Mit bis zu 16 Stufen Dynamikumfang eignet sie sich perfekt für Profis, die höchste Bildqualität, schnelle Arbeitsabläufe und maximale Flexibilität erwarten. Produktbilder zeigen optionales Zubehör und Anwendungsbeispiele.

Top-Features Sony Alpha ILCE-7R VI Gehäuse
  • Bajonettanschluss: Sony E
  • LiveView
  • 4K Video
  • Li-Ion Akku NP-SA100
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FAQ – Häufige Fragen zum neuen Sony System

Macht die Alpha 7R VI die Alpha 1 II überflüssig?

Nicht ganz. Während die Alpha 7R VI bei Auflösung und Serienbildrate (30 fps) aufschließt, bietet eine Alpha 1 II systembedingte Vorteile für spezialisierte Sportfotografen. Dazu gehören eine schnellere Blitzsynchronzeit durch den noch schnelleren Sensorausleseprozess und ein Sucher mit geringerer Latenz bei extrem hohen Bildraten. Wer jedoch den Fokus auf maximale Bildqualität bei gleichzeitig hoher Geschwindigkeit legt, findet in der Alpha 7R VI das vielseitigere Werkzeug zu einem vermutlich attraktiveren Preis.

Welche Anforderungen werden an die Speicherkarten gestellt?

Um 30 Bilder pro Sekunde bei 67 Megapixeln verarbeiten zu können, stoßen herkömmliche SD-Karten (selbst V90) schnell an ihre Grenzen. Um den Puffer schnell zu leeren und Features wie Pre-Capture (Aufnahme beginnt schon vor dem Durchdrücken des Auslösers) vollumfänglich zu nutzen, solltet ihr auf CFexpress Type A Karten setzen. Diese bieten die notwendigen Schreibgeschwindigkeiten, um Datenstaus zu vermeiden.

Sind meine alten NP-FZ100 Akkus kompatibel?

Die Alpha 7R VI führt einen neuen Akkutyp mit 2670 mAh ein, um den gestiegenen Energiebedarf des Stacked Sensors und der KI-Einheit zu decken. Laut technischer Dokumentation bleibt die physikalische Form jedoch kompatibel zum bekannten NP-FZ100 Standard. Ihr könnt eure alten Akkus also als Backup verwenden, müsst aber mit einer geringeren Laufzeit und möglicherweise Einschränkungen bei der maximalen Serienbildgeschwindigkeit oder der 8K-Aufnahmedauer rechnen.

Wie schlägt sich das neue 100-400mm mit Telekonvertern?

Sony hat das optische Design des FE 100-400mm F4.5 GM II OSS explizit für die Nutzung mit dem 1.4x und 2.0x Telekonverter optimiert. Dank der hohen Grundlichtstärke von F4.5 erhaltet ihr mit dem 1.4x Konverter ein 140-560mm F6.3 System, das immer noch schnell genug für den Autofokus ist. Bei 67 Megapixeln werden zwar optische Grenzen sichtbar, aber die neuen XA-Elemente sorgen dafür, dass die Schärfe auch mit Konverter auf einem professionellen Niveau bleibt.

Was bringen die Funktionen Pre-Capture und Speed Boost?

Pre-Capture erlaubt es euch, den Auslöser halb gedrückt zu halten, wobei die Kamera kontinuierlich Bilder in den Puffer schreibt. Beim vollständigen Durchdrücken werden die Bilder der letzten 0,5 bis 1 Sekunde mit gespeichert. Das ist perfekt für unvorhersehbare Wildlife-Momente. Der Continuous Speed Boost erlaubt es euch, per Tastendruck kurzzeitig die Bildrate zu erhöhen (z. B. von 10 auf 30 fps), um gezielt Action-Sequenzen einzufangen, ohne den Speicherplatz mit unnötigen Dauer-Serien zu füllen.

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