DJI Osmo Pocket 4P vs. Insta360 Luna Ultra – Welche Gimbal-Kamera ist besser?
Mit der DJI Osmo Pocket 4P und der Insta360 Luna Ultra treffen zwei kompakte Gimbal-Kameras aufeinander, die sich konzeptionell erstaunlich ähnlich sind.
In diesem Beitrag verraten wir euch, worum es bei den beiden Gimbal-Kameras geht und welche jeweiligen Stärken und Schwächen der beiden Modelle ihr vor dem Kauf unbedingt berücksichtigen solltet.

Inhalt
- 1 Die wichtigsten technischen Daten der DJI Osmo Pocket 4P und der Insta360 Luna Ultra im Vergleich
- 2 Zwei echte Kameras – 20 mm und 60 mm statt Digitalzoom
- 3 8K gegen 4K/240 fps – Zwei sehr unterschiedliche Prioritäten
- 4 D-Log 2 vs. I-Log – Mehr als nur fertige Clips
- 5 Tracking & Gimbal – Hier zählt Zuverlässigkeit mehr als die Versionsnummer
- 6 Luna Ultra – Der abnehmbare Bildschirm ist mehr als ein Gimmick
- 7 Pocket 4P – Klassischerer Workflow mit Fokus auf Tracking und direkte Bedienung
- 8 Speicher – Hier hat die Pocket 4P einen klaren praktischen Vorteil
- 9 Der Akku – Herstellerwerte mit Vorsicht vergleichen
- 10 Fotografieren – Interessante Zusatzfunktion, aber kein Ersatz für jede Fotokamera
- 11 Porträts & Personenaufnahmen – Die Tele-Kameras spielen ihre Stärke aus
- 12 Low Light – Große Sensoren helfen – Wunder sollte man trotzdem nicht erwarten
- 13 Wie gut eignet sich die Luna Ultra laut Nutzern im Alltag?
- 14 Zubehör & Workflow
- 15 Für wen ist die DJI Osmo Pocket 4P die bessere Wahl?
- 16 Für wen ist die Insta360 Luna Ultra die bessere Wahl?
- 17 Unser Fazit – Welche ist nun besser?
Die wichtigsten technischen Daten der DJI Osmo Pocket 4P und der Insta360 Luna Ultra im Vergleich
| Eigenschaft | DJI Osmo Pocket 4P | Insta360 Luna Ultra |
| Hauptsensor | 1-Zoll-CMOS | 1-Zoll-Sensor |
| Hauptkamera | 20 mm, f/2,0 | 20 mm, f/1,8 |
| Tele-Kamera | 1/1,28 Zoll, 60 mm, f/1,8 | 1/1,3 Zoll, 60 mm, f/2,0 |
| Stabilisierung | mechanischer 3-Achsen-Gimbal | mechanischer 3-Achsen-Gimbal |
| max. Video | 4K/240 fps | 8K/30 fps |
| 4K-Zeitlupe | bis 240 fps | bis 120 fps |
| Log-Profil | 10-Bit D-Log 2 | 10-Bit I-Log |
| angegebener Dynamikumfang Hauptkamera | bis 17 Blendenstufen | 14 Blendenstufen |
| Tracking | ActiveTrack 8.0 | Deep Track 5.0 |
| interner Speicher | 103 GB | 47 GB |
| Gewicht | 230 g | 233 bzw. 235 g |
| angegebene Akkulaufzeit | bis 210 Min. | bis 240 Min. |
| Laden auf 80 % | ca. 18 Min. | ca. 23 Min. |
| Besonderheit | 4K/240 fps, großer interner Speicher | abnehmbares 2-Zoll-OLED-Display, 8K |
Zwei echte Kameras – 20 mm und 60 mm statt Digitalzoom
Der vielleicht wichtigste Punkt wird leicht von Angaben wie 8K und 240 fps überschattet: Beide Kameras besitzen zwei separate Kameramodule.

DJI Osmo Pocket 4P:
Bei der Osmo Pocket 4P arbeitet die Hauptkamera mit einem neuen 1-Zoll-CMOS-Sensor, 20 mm äquivalenter Brennweite und einer Blende von f/2,0.
Dazu kommt ein 60-mm-Mitteltele mit 1/1,28-Zoll-Sensor und f/1,8. DJI gibt für das Weitwinkel einen maximalen Dynamikumfang von 17 Blendenstufen an, beim Tele sind es bis zu 14 Blendenstufen.
Video-Review zur Pocket 4P: Unser Video-Experte Ralf hat die DJI Osmo Pocket P4 für euch getestet.

insta360 Luna Ultra:
Die Luna Ultra kombiniert ebenfalls einen 1-Zoll-Sensor mit 20 mm Brennweite, hier allerdings mit f/1,8.
Die zweite Kamera arbeitet mit einem 1/1,3-Zoll-Sensor, 60 mm Brennweite und f/2,0. Insta360 gibt für die Hauptkamera 14 Blendenstufen Dynamikumfang an.
Unser Tipp: Erfahrt mehr in unserem insta360 Luna Ultra Test!
Warum 60 mm einen größeren Unterschied machen als zusätzlicher Digitalzoom
Eine Brennweite von 60 mm verändert nicht einfach nur den Bildausschnitt. Die Perspektive wirkt bei entsprechend größerem Aufnahmeabstand natürlicher, Gesichter erscheinen weniger verzerrt und der Hintergrund lässt sich stärker in die Bildgestaltung einbeziehen.
Das ist vor allem bei Porträts, Detailaufnahmen, Interviews und B-Roll interessant. Während das 20-mm-Modul gut für Vlogs, Landschaften oder Aufnahmen in engen Räumen geeignet ist, liefert die Telekamera eine deutlich ruhigere und konzentriertere Bildwirkung.
Wer bisher hauptsächlich mit einer einzelnen Weitwinkel-Kamera gearbeitet hat, dürfte diesen Wechsel im Alltag stärker wahrnehmen als den Sprung von 4K auf eine noch höhere Auflösung.
Welche Kamera hat das bessere Objektiv?
Rein nach den Zahlen lässt sich daraus kein seriöser Sieger ableiten.
Die Luna besitzt an der Hauptkamera mit f/1,8 gegenüber f/2,0 die nominell größere Blendenöffnung. Beim 60-mm-Modul ist es genau umgekehrt: Dort bietet DJI f/1,8 gegenüber f/2,0 bei Insta360.
Wie groß diese Unterschiede bei Schärfe, Randabbildung, Gegenlicht, Autofokus und wenig Licht tatsächlich ausfallen, lässt sich aus den Blendenwerten allein nicht ableiten.
Kurzfazit – Kamerasystem
Beide Modelle verfolgen beim Kamerasystem nahezu denselben Ansatz: 20 mm für Weitwinkelaufnahmen und 60 mm für Porträts, Details und stärker verdichtete Perspektiven.
Die Unterschiede bei Sensorgröße und Lichtstärke sind auf dem Papier gering. Ein klarer Bildqualitätssieger lässt sich daraus nicht ableiten.
8K gegen 4K/240 fps – Zwei sehr unterschiedliche Prioritäten
Bei der maximalen Videoauflösung gehen DJI und Insta360 deutlich unterschiedliche Wege.

insta360 Luna Ultra:
Die Luna Ultra zeichnet mit ihrer Hauptkamera bis zu 8K mit 30 Bildern pro Sekunde auf. In 4K sind maximal 120 fps möglich.

DJI Osmo Pocket 4P:
DJI verzichtet dagegen auf 8K und konzentriert sich stärker auf hohe Frameraten in 4K. Die Hauptkamera der Pocket 4P schafft bis zu 4K/240 fps. Auch das 60-mm-Modul erreicht noch bis zu 4K/200 fps.
Wann lohnt sich 8K?
Die zusätzliche Auflösung der Luna Ultra kann sinnvoll sein, wenn ihr häufig nachträglich Ausschnitte verändert.
Aus einem 8K-Master lässt sich für eine 4K- oder Full-HD-Ausgabe stärker croppen. Das bietet zusätzlichen Spielraum für Reframing, digitale Kamerafahrten oder die Stabilisierung in der Nachbearbeitung.
Auch für Landschaften, Architektur und detailreiche statische Szenen kann eine höhere Aufnahmeauflösung interessant sein.
8K macht die Luna aber nicht automatisch zur Kamera mit der besseren Bildqualität. Auflösung ist nur ein Teil davon. Sensorverhalten, interne Verarbeitung, Objektivqualität, Rauschverhalten und Dynamikumfang spielen mindestens genauso stark hinein.
Wann sind 4K/240 fps wichtiger?
Filmt ihr Sport, schnelle Bewegungen, Fahrzeuge, Wasser, Tiere oder dynamische B-Roll, ist eine hohe Bildrate oft wertvoller.
Aus 240 fps lässt sich bei einer 30-fps-Timeline eine achtfache Zeitlupe erzeugen, ohne Zwischenbilder errechnen zu müssen.
DJIs Ansatz ist deshalb besonders interessant für Nutzer, die Slow Motion nicht nur als gelegentlichen Effekt einsetzen.
Allerdings gelten dabei Einschränkungen: 4K/240 fps stehen nur über das Weitwinkel-Modul zur Verfügung. Mit der Telekamera sind maximal 4K/200 fps möglich. Außerdem unterstützt der Hochformat-Modus bei diesen Angaben kein 4K.
Kurzfazit – 8K vs. 4K/240 fps
Die Luna Ultra ist interessanter, wenn ihr maximale Auflösung und zusätzliche Reserven fürs Reframing sucht.
Die Pocket 4P ist die stärkere Wahl für Slow Motion und bewegungsreiche Aufnahmen. Entscheidend ist damit weniger die höhere Zahl, sondern ob ihr eher Auflösung oder Bildrate benötigt.
D-Log 2 vs. I-Log – Mehr als nur fertige Clips
Für ambitioniertere Videoproduktionen unterstützen beide Modelle 10-Bit-Aufzeichnung mit einem Log-Farbprofil.
DJI Osmo Pocket 4P:
DJI setzt bei der Pocket 4P auf D-Log 2 und gibt in diesem Modus für die Hauptkamera einen Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen an. Die 10-Bit-Farbtiefe ermöglicht mehr Abstufungen bei Farben und Helligkeitsverläufen und schafft damit zusätzlichen Spielraum für die Farbkorrektur.
Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: 10-Bit D-Log 2 steht laut DJI beim 1×-Zoom zur Verfügung. Wer häufig zwischen den Brennweiten wechseln möchte, sollte diesen Punkt im Workflow berücksichtigen.
insta360 Luna Ultra:
Die Luna Ultra bietet ihrerseits 10-Bit I-Log. Für den 1-Zoll-Sensor nennt Insta360 bis zu 14 Blendenstufen Dynamikumfang.
Die nominell 17 gegenüber 14 Blendenstufen sollte man trotzdem nicht als simplen Drei-Stufen-Sieg für DJI lesen. Herstellerwerte zum Dynamikumfang sind nur dann unmittelbar miteinander vergleichbar, wenn sie unter identischen Bedingungen und mit demselben Messverfahren ermittelt wurden.
Für euch wichtiger ist deshalb zunächst: Beide Kameras bieten einen ernstzunehmenden 10-Bit-Log-Workflow.
Wer Clips ohnehin direkt aus der Kamera veröffentlicht, wird daraus weniger Nutzen ziehen. Wer dagegen Belichtung und Farben bewusst in der Nachbearbeitung abstimmt, bekommt bei beiden Modellen deutlich mehr Spielraum als mit einem rein auf fertige Standardprofile ausgelegten System.
Kurzfazit – D-Log 2 vs. I-Log
Beide Kameras eignen sich für einen 10-Bit-Log-Workflow und bieten damit ordentlich Spielraum in der Nachbearbeitung.
DJI nennt den höheren Dynamikumfang, dieser Wert ist ohne identisches Messverfahren aber nicht direkt mit Insta360 vergleichbar.
Für Color Grading sind beide Modelle grundsätzlich interessant.
Tracking & Gimbal – Hier zählt Zuverlässigkeit mehr als die Versionsnummer
Sowohl DJI als auch Insta360 kombinieren ihre Tracking-Systeme mit einer mechanischen 3-Achsen-Stabilisierung.
DJI Osmo Pocket 4P:
DJI verwendet ActiveTrack 8.0. Das System erkennt neben Personen auch Fahrzeuge, Haustiere und andere Objekte. Tracking ist über verschiedene Brennweiten und laut DJI bis zu 12× Zoom möglich. Hinzu kommt Mehrpersonen-Tracking für bis zu acht Personen.
Dabei gelten einige Einschränkungen. ActiveTrack funktioniert beispielsweise nicht in jedem Aufnahmemodus. Beim Mehrpersonen-Tracking lässt sich zudem nicht gleichzeitig zoomen.
Insta360 Luna Ultra:
Insta360 setzt bei der Luna Ultra auf Deep Track 5.0 und bietet unterschiedliche Tracking-Funktionen einschließlich Gruppen- und Zoom-Tracking.
Auf dem Papier lässt sich daraus kaum sinnvoll ableiten, welches System besser arbeitet. Beim Tracking zählt weniger die Anzahl der Modi als die Frage, wie zuverlässig eine Kamera ihr Motiv unter schwierigen Bedingungen hält.
Kurzfazit – Tracking & Gimbal
Beide Kameras kombinieren mechanische Stabilisierung mit umfangreichem Motivtracking. DJI bietet mit ActiveTrack 8.0 auf dem Papier mehr spezifizierte Tracking-Funktionen, während die Luna Ultra mit Deep Track 5.0 ebenfalls ein umfangreiches System besitzt. In der Praxis ist hier Zuverlässigkeit wichtiger als die reine Feature-Anzahl.
Luna Ultra – Der abnehmbare Bildschirm ist mehr als ein Gimmick
Einer der größten konzeptionellen Unterschiede steckt nicht in der Kamera selbst, sondern auf ihrer Rückseite.
Die Luna Ultra besitzt einen abnehmbaren 2-Zoll-OLED-Touchscreen. Das Display kann als drahtloser Monitor und zur Fernsteuerung verwendet werden. Es löst mit 318 × 564 Pixeln auf und erreicht laut Insta360 bei starkem Umgebungslicht bis zu 1.000 Nits. Zusätzlich befindet sich ein Mikrofon im Display-Modul.

Das ist vor allem für Solo-Aufnahmen praktisch.
Ihr könnt die Kamera beispielsweise auf einem Stativ platzieren und anschließend Position, Bildausschnitt und Aufnahme aus einer anderen Position kontrollieren. Auch bei niedrigen, hohen oder anderweitig schlecht einsehbaren Kamerapositionen muss man nicht ständig zur Kamera zurücklaufen.
Hier decken sich die technische Funktion und die Nutzererfahrung recht deutlich. Luna-Nutzer heben den abnehmbaren Bildschirm mehrfach als einen der praktischsten Unterschiede im Alltag hervor, insbesondere bei Selbstaufnahmen.
Für Solo-Creator ist das ein handfester Vorteil.
Allerdings bedeutet ein separates Funkdisplay zwangsläufig auch ein komplexeres System. Kamera und Display besitzen eigene Energieanforderungen, und drahtlose Übertragung kann sich anders verhalten als eine fest verbaute Anzeige.
Wer fast ausschließlich hinter der Kamera steht, profitiert davon entsprechend weniger als jemand, der sich regelmäßig selbst filmt.
Pocket 4P – Klassischerer Workflow mit Fokus auf Tracking und direkte Bedienung
DJI bleibt bei der Pocket 4P näher am klassischen Pocket-Konzept.
Der drehbare Touchscreen dient gleichzeitig zum schnellen Einschalten der Kamera. Dazu kommen Gestensteuerung und ActiveTrack. Eine offene Handfläche aktiviert das Tracking, mit einer V-Geste lässt sich die Aufnahme auslösen.
Für größere Distanzen hängt die nutzbare Reichweite der Gestensteuerung von der Zoomstufe ab. DJI nennt ungefähr drei Meter bei 1× bis 2× und bis zu 8 bis 15 Meter bei stärkeren Zoomstufen.
Damit verfolgt DJI einen anderen Ansatz als Insta360: Bei der Luna nehmt ihr für bestimmte Situationen den Monitor mit, bei DJI soll die Kamera stärker selbstständig auf eure Gesten und das Tracking reagieren.
Welche Lösung besser funktioniert, hängt stark davon ab, wie ihr aufnehmt.
Wer den Bildausschnitt während einer Solo-Aufnahme permanent kontrollieren möchte, bekommt bei Insta360 einen klaren Vorteil.
Wer möglichst wenig einzelne Teile verwalten und sich auf automatisches Tracking verlassen möchte, dürfte DJIs Konzept bevorzugen.
Kurzfazit zum Bedienkonzept
Die Luna Ultra bietet mit ihrem abnehmbaren OLED-Display einen klar flexibleren Ansatz für Solo-Aufnahmen und schwierige Kamerapositionen. DJI setzt dagegen stärker auf Gestensteuerung, automatisches Tracking und eine kompakte All-in-one-Bedienung ohne ein separates Display-Modul.
Speicher – Hier hat die Pocket 4P einen klaren praktischen Vorteil
Bei hochauflösendem Video wächst der Speicherbedarf schnell. Entsprechend wichtig ist der interne Speicher.
DJI stattet die Pocket 4P mit 103 GB integriertem Speicher aus. Daten lassen sich per USB 3.1 laut DJI mit bis zu 800 MB/s übertragen. Drahtlos nennt DJI bis zu 90 MB/s.
Die Luna Ultra bietet 47 GB internen Speicher und unterstützt zusätzlich microSD-Karten. Insta360 führt für das Gerät USB 3.0 auf.
Beim internen Speicher ist der Unterschied damit eindeutig: DJI bietet mehr als doppelt so viel Platz.
Das ist besonders praktisch, wenn ihr spontan filmen möchtet und gerade keine freie Speicherkarte zur Hand habt oder internen Speicher bewusst als zusätzliche Reserve nutzt.
Natürlich ersetzt viel interner Speicher keine vernünftige Karten- und Backup-Strategie. Im Alltag ist er trotzdem ein echter Komfort-Vorteil.
Kurzfazit – Speicher
Hier liegt die Pocket 4P klar vorne. 103 GB interner Speicher bieten deutlich mehr Reserve als die 47 GB der Luna Ultra. Wer regelmäßig ohne eingelegte Speicherkarte starten oder längere Sessions intern aufnehmen möchte, profitiert bei DJI stärker.
Der Akku – Herstellerwerte mit Vorsicht vergleichen
DJI gibt für die Pocket 4P eine maximale Laufzeit von 210 Minuten an. 80 Prozent Ladestand sollen mit geeignetem Ladegerät nach etwa 18 Minuten erreicht werden.
Insta360 nennt für die Luna Ultra bis zu 4 Stunden beziehungsweise 240 Minuten bei 1080p/24 fps. Bei praxisnäheren 4K/60 fps gibt Insta360 rund zwei Stunden an. Das Aufladen auf 80 Prozent soll etwa 23 Minuten dauern.
Der vermeintliche 30-Minuten-Vorteil der Luna bei der maximalen Laufzeit ist allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig.
DJIs 210-Minuten-Wert wurde bei 1080p/24 fps mit deaktiviertem WLAN und ausgeschaltetem Bildschirm ermittelt. Insta360 verwendet für seinen Vier-Stunden-Wert ebenfalls 1080p/24 fps.
Hohe Auflösung, hohe Frameraten, Tracking, ein dauerhaft aktives Display und drahtlose Verbindungen verändern den Verbrauch deutlich.
Für die Praxis sind deshalb die Bedingungen entscheidender als der höchste Herstellerwert.
Kurzfazit – Akku & Laden
Bei der maximal angegebenen Laufzeit liegt die Luna Ultra vorn, DJI lädt dafür schneller auf 80 Prozent. Da beide Laufzeitwerte unter stark vereinfachten Laborbedingungen entstehen, sollte daraus kein pauschaler Praxissieger abgeleitet werden.
Fotografieren – Interessante Zusatzfunktion, aber kein Ersatz für jede Fotokamera
Beide Geräte können nicht nur filmen.
Die Pocket 4P nimmt Fotos mit bis zu 37 Megapixeln auf und bietet zusätzlich eine Live-Foto-Funktion. Dabei entsteht rund um die Aufnahme ein kurzer Videoclip.
Die Luna Ultra bietet ebenfalls 37-Megapixel-Aufnahmen, JPG+RAW und zusätzlich einen 200-Megapixel-Panoramamodus.
Die technischen Möglichkeiten sind damit beachtlich. Trotzdem würden wir die Fotofunktion bei keiner der beiden Kameras zum Haupt-Kaufargument machen.
Das Design einer Gimbal-Kamera ist primär auf Bewegtbild ausgelegt. Ergonomie, Bedienung und Aufnahmeprozess unterscheiden sich deutlich von einem Smartphone oder einer klassischen Fotokamera.
Für gelegentliche Reisefotos, Behind-the-Scenes-Aufnahmen oder Motive während einer Videoproduktion sind die Fotofunktionen trotzdem sinnvoll. RAW-Unterstützung bei der Luna beziehungsweise hochauflösende Aufnahmen bei beiden Modellen schaffen außerdem Reserven für die Nachbearbeitung.
Kurzfazit – Fotografie
Beide Kameras können hochauflösende Fotos aufnehmen, bleiben aber in erster Linie Videokameras. Die Luna bietet mit RAW und 200-MP-Panorama mehr fotografische Zusatzfunktionen, während DJI mit Live-Foto einen stärker auf spontane Momentaufnahmen ausgerichteten Ansatz verfolgt.
Porträts & Personenaufnahmen – Die Tele-Kameras spielen ihre Stärke aus
Einer der interessantesten Einsatzbereiche beider Kameras sind Personenaufnahmen.
Die 60-mm-Brennweite sorgt für eine deutlich andere Bildwirkung als das typische Weitwinkel eines Vlogs. Ihr könnt größeren Abstand zum Motiv halten, während Personen trotzdem prominent im Bild bleiben.
Bei DJI kommt eine Blende von f/1,8 hinzu. Dadurch kann sich das Motiv stärker vom Hintergrund lösen. Die Pocket 4P bietet außerdem integrierte Einstellungen für Hautglätte, Helligkeit und Farbton sowie zusätzliche Effekte über DJI Mimo.
Solche Beauty-Funktionen sind Geschmackssache. Für einen Vergleich der Kameras sind sie weniger wichtig als die eigentliche Optik. Wer einen natürlichen Look bevorzugt, kann sie schlicht deaktiviert lassen.
Entscheidender ist, dass beide Hersteller mit der zweiten Brennweite einen Bildstil ermöglichen, der früher bei kompakten Gimbal-Kameras nur durch Cropping oder zusätzliches Equipment erreichbar war.
Kurzfazit – Porträts
Die 60-mm-Kameras sind bei beiden Modellen ein echter Mehrwert für Personenaufnahmen. DJI besitzt beim Tele die etwas größere Blendenöffnung, Insta360 bietet ein sehr ähnliches Brennweiten Konzept. Der eigentliche Vorteil liegt bei beiden weniger in einzelnen Zahlen als in der deutlich natürlicheren Perspektive gegenüber dem Weitwinkel.
Low Light – Große Sensoren helfen – Wunder sollte man trotzdem nicht erwarten
Beide Hauptkameras setzen auf einen 1-Zoll-Sensor. Das schafft grundsätzlich bessere Voraussetzungen für Aufnahmen bei wenig Licht als sehr kleine Actioncam-Sensoren.
Die Luna besitzt zusätzlich die etwas größere maximale Öffnung von f/1,8 am Weitwinkel.
DJI liegt bei f/2,0.
Bei der Pocket 4P setzt DJI zusätzlich auf LOFIC-Technologie und nennt einen maximalen Dynamikumfang von 17 Blendenstufen.
Insta360 bewirbt die Luna ebenfalls ausdrücklich für Low-Light-Aufnahmen und gibt 14 Stops für den 1-Zoll-Sensor an.
Aus diesen Daten allein lässt sich allerdings kein seriöser Low-Light-Sieger bestimmen.
Gerade bei wenig Licht greifen Rauschunterdrückung, Schärfung, Belichtungsautomatik und interne Bildverarbeitung stark in das Ergebnis ein. Ein technisch größerer Dynamikumfang oder eine geringfügig offenere Blende sagt deshalb noch nicht automatisch, welches Bild am Ende natürlicher aussieht.
Kurzfazit – Low Light
Beide Hauptkameras bringen mit ihren 1-Zoll-Sensoren gute technische Voraussetzungen für schwaches Licht mit. Insta360 besitzt die etwas lichtstärkere Weitwinkeloptik.
DJI nennt dafür den höheren Dynamikumfang. Welches Modell nachts tatsächlich sauberer arbeitet, lässt sich aus diesen Angaben allein nicht zuverlässig ableiten.
Wie gut eignet sich die Luna Ultra laut Nutzern im Alltag?
Da die Luna Ultra bereits im Alltag vieler Nutzer angekommen ist, lohnt sich ein Blick auf wiederkehrende Community-Erfahrungen. Dabei sollte man einzelne Beiträge nicht überbewerten, da sie auf sehr subjektiven Erfahrungen beruhen.
Trotzdem ergeben sich einige erkennbare Themen.
Häufig positiv genannt
Der abnehmbare Monitor gehört zu den Funktionen, die Nutzer wiederholt hervorheben.
Gerade bei Solo-Aufnahmen erlaubt er eine Bildkontrolle, die mit einem fest eingebauten Display schwieriger wäre. Auch die Kombination aus Gimbal und zwei Brennweiten wird positiv aufgenommen.
Mehrere Nutzer äußern sich außerdem positiv zur Stabilisierung und zu den kreativen Möglichkeiten des Systems.
Wiederkehrende Kritikpunkte
Daneben finden sich Berichte über kleinere Softwareprobleme, nicht immer zuverlässiges Tracking sowie Wärmeentwicklung. Bei einzelnen Nutzern kam es im Zusammenhang mit Wärme auch zu Aufnahmeproblemen. Andere Nutzer konnten ein solches Verhalten wiederum nicht reproduzieren.
Diese Community-Erfahrungen sollten deshalb als Erfahrungswerte und nicht als allgemeingültige Eigenschaften der Luna Ultra verstanden werden.
Zubehör & Workflow
Eine Kamera endet im Alltag nicht beim Gehäuse. Mikrofone, Filter, Griffe und Befestigungen spielen gerade bei Creator-Kameras eine große Rolle.

Für die Pocket 4P stehen unter anderem ND-Filter, Black-Mist-Filter, Fülllicht, Akkugriff und drahtlose Mikrofone (kompatibel mit DJI Mic 2, Mic 3, Mic Mini und Mic Mini 2) zur Verfügung. Dazu kommen Webcam-Funktion, Livestreaming und integrierter Timecode für die Synchronisation mehrerer Kameras.

Der Timecode ist insbesondere für Nutzer interessant, die die Pocket nicht ausschließlich als Einzelkamera einsetzen, sondern beispielsweise parallel mit einer Hauptkamera filmen.
Auch Insta360 bietet für die Luna Ultra ein wachsendes Zubehörsystem. Offiziell unterstützt werden unter anderem Akkugriff, 1/4-Zoll-Griff, Weitwinkelobjektiv, Black-Mist-Filter und weiteres Zubehör.
Die Luna Ultra hat allerdings einen Vorteil bereits im Grundkonzept eingebaut: Der abnehmbare Bildschirm ersetzt in vielen Solo-Situationen einen zusätzlichen externen Monitor oder die Fernsteuerung per Smartphone.
Kurzfazit – Zubehör & Workflow
DJI wirkt stärker auf klassische Produktionsabläufe ausgerichtet und bietet unter anderem Timecode, schnelles Datenhandling und eine breite Zubehör Integration. Insta360 punktet dagegen mit einem besonders flexiblen Grundkonzept, weil der abnehmbare Monitor bereits viele Solo-Setups ohne zusätzliches Zubehör ermöglicht.
Für wen ist die DJI Osmo Pocket 4P die bessere Wahl?
Die Pocket 4P ist besonders interessant, wenn ihr eure Videos überwiegend in 4K produziert und hohe Bildraten für eure Arbeit benötigt.
Die Pocket 4P passt besonders gut zu euch, wenn
- ihr häufig Slow Motion verwendet.
4K/240 fps mit der Hauptkamera und bis zu 4K/200 fps mit dem Telemodul bieten erheblich mehr Spielraum als 4K/120 fps. - ihr möglichst viel internen Speicher möchtet.
103 GB gegenüber 47 GB sind ein klarer Vorteil, gerade unterwegs. - ihr Material intensiv nachbearbeitet.
10-Bit D-Log 2, Timecode und hohe kabelgebundene Übertragungsraten passen gut in einen stärker Postproduktion orientierten Workflow. - ihr ActiveTrack intensiv nutzt.
DJI bietet mit ActiveTrack 8.0 ein umfangreiches System inklusive Personen-, Objekt- und Mehrpersonen-Tracking. - ihr bereits DJI-Audiozubehör verwendet.
Ein bestehender DJI-Workflow kann den Wechsel oder die Integration deutlich unkomplizierter machen.
Für wen ist die Insta360 Luna Ultra die bessere Wahl?
Die Luna Ultra setzt ihre größten Akzente an anderen Stellen.
Die Luna Ultra passt besonders gut zu euch, wenn
- ihr euch häufig selbst filmt.
Der abnehmbare OLED-Monitor ist für Solo-Aufnahmen ein ausgesprochen praktisches Werkzeug. - ihr 8K tatsächlich nutzen könnt.
Für Reframing und Crop-Reserven bietet die höhere Auflösung zusätzliche Möglichkeiten. - ihr ungewöhnliche Kamerapositionen verwendet.
Wenn die Kamera hoch, tief oder weit entfernt steht, lässt sich der Bildausschnitt über das separate Display weiterhin kontrollieren. - ihr 4K/120 fps ausreichend findet.
Wer keine extreme Zeitlupe benötigt, muss aus den 240 fps der DJI keinen echten Vorteil ziehen. - ihr Kamera und Fernmonitor möglichst kompakt in einem System haben möchtet.
Genau hier unterscheidet sich das Bedienkonzept der Luna am deutlichsten von DJI.
Kurzfazit – Welche Kamera passt zu wem?
Die Pocket 4P ist vor allem für Nutzer interessant, die hohe 4K-Frameraten, viel internen Speicher und einen eher Postproduktion orientierten Workflow suchen. Die Luna Ultra ist die spannendere Wahl für Solo-Creator, 8K-Reframing und Aufnahmen, bei denen ein abnehmbarer Kontrollmonitor einen echten praktischen Vorteil bietet.
Unser Fazit – Welche ist nun besser?
Ein pauschales „besser“ würde den beiden Kameras nicht gerecht.
Die DJI Osmo Pocket 4P hat nach den technischen Daten klare Vorteile bei hohen 4K-Bildraten und beim internen Speicher. Mit 4K/240 fps, 103 GB Speicher, D-Log 2 und integriertem Timecode spricht sie besonders Nutzer an, die aus einer kleinen Kamera möglichst viel Material für die anschließende Bearbeitung herausholen möchten.
Die Insta360 Luna Ultra punktet dagegen mit 8K und vor allem ihrem abnehmbaren OLED-Monitor. Letzterer ist kein reiner Komfort Bonus, sondern verändert den Umgang mit der Kamera bei Solo-Aufnahmen, ungewöhnlichen Perspektiven und größerem Abstand zum Gerät spürbar.
Beim eigentlichen Kamerasystem liegen die beiden Modelle erstaunlich dicht beieinander. Beide kombinieren einen 1-Zoll-Hauptsensor mit 20 mm Brennweite und eine echte 60-mm-Telekamera. Die Unterschiede bei der nominellen Lichtstärke sind gering und verteilen sich sogar auf beide Seiten.
Auch Angaben zum Dynamikumfang sollte man nicht überbewerten. DJIs maximal 17 Stops gegenüber den von Insta360 genannten 14 Stops sehen auf dem Datenblatt eindeutig aus, sind ohne identisches Messverfahren aber kein belastbarer Drei-Stufen-Vorsprung in der Praxis.
Am Ende läuft die Kaufentscheidung deshalb auf zwei unterschiedliche Prioritäten hinaus:
Ihr wollt hohe 4K-Frameraten, viel internen Speicher und einen eher klassischen Creator- und Postproduktions-Workflow? Dann spricht mehr für die DJI Osmo Pocket 4P.
Ihr möchtet 8K, filmt euch häufig selbst und könnt von einem abnehmbaren Kontrollmonitor profitieren? Dann hat die Insta360 Luna Ultra das interessantere Gesamtkonzept.
Der größte Fortschritt dieser Kamera-Generation ist dabei möglicherweise gar nicht 8K, 240 fps oder ein neues Tracking-System. Es ist die Kombination aus kompakter Gimbal-Kamera und zwei tatsächlich unterschiedlichen Brennweiten. Denn genau die erweitert nicht nur das Datenblatt, sondern vor allem die Möglichkeiten bei der Bildgestaltung.
Unser Tipp: Viele weitere Gimbal- und Actionkameras findet ihr im Foto Erhardt Onlineshop.
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