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Objektive für digitale Kameras

 

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Wissenswertes zu Wechselobjektiven

Das Objektiv ist ohne Zweifel der wichtigste Teil der Kamera. Die Wahl des richtigen Objektives erleichtert die Aufnahme des gewünschten Bildes.

Die meisten Spiegelreflexkameras (aber auch einige Sucherkameras wie z.B. die Voigtländer Bessa-Baureihe oder die Leica M und natürlich die neuen Systemkameras aus dem Panasonic Lumix G-System oder Sony NEX-System) haben den Vorteil, daß sich das Objektiv wechseln läßt. Dadurch kann man je nach Motiv oder Bildgestaltungswunsch ein Objektiv mit entsprechendem Blickwinkel und/oder erforderlicher Lichstärke vor die Kamera setzen.
 

Der Blickwinkel eines Objektives wird durch die Brennweite bestimmt, wohingegen die Lichtstärke durch die maximale Öffnung (sprich kleinste Blendenzahl) angegeben wird. Je kürzer die Brennweite, desto größer der Blickwinkel und je kleiner die Blendenzahl, um so lichtstärker ist das Objektiv. Ein Objektiv mit einer Brennweite von 28 und einer Anfangsblende von 2,8 ist gegenüber einem Objektiv mit einer Brennweite von 105mm und einer maximalen Öffnung von 3,5 also etwas lichtstärker und besitzt einen größeren Blickwinkel.
Die Blende wird in sogenannten Blendenstufen angegeben. Jede Blendenstufe läßt genau halb soviel bzw. doppelt soviel Licht durch das Objektiv auf den Film wie die Blendenstufen unter bzw. über der eingestellten Blende. Die Blendenstufen sind: 1,4 - 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22 - 32 - damit läßt einen Blende von 2,8 also halb soviel Licht durch die Optik wie eine Blende von 2 und doppelt so viel Licht wie bei eingestellter Blende 4.

Zoom oder Festbrennweite

Objektive lassen sich grob in Festbrennweiten- und Zoomobjektive unterteilen. Der Vorteil der Festbrennweite liegt zuerst einmal in der kompakteren Bauweise. Darüberhinaus sind sie gegenüber Zoomobjektiven von der Abbildungsleistung geringfügig besser. Ein weiterer Vorteil ist die teilweise recht hohe Lichtstärke, die es manchmal ermöglicht, auch ohne Blitz oder Zusatzleuchten bei schlechten Lichtverhältnissen zu fotografieren. Dieser Vorteil wird allerdings durch die teilweise hervorragende Qualität moderner Filme mit hoher Empfindlichkeit (hoher ISO-Wert) fast aufgehoben.

Von 10 verkauften Objektiven sind mindestens 9 Zoom-Objektive. Diese haben gegenüber einem Festbrennweitenobjektiv, welches immer nur eine einzige Brennweite und somit einen festen Blickwinkel hat, den Vorteil, daß man die Brennweite stufenlos verändern kann. Somit ändert sich der Blickwinkel, ohne daß man den Standort wechseln oder ein anderes Objektiv auf die Kamera "setzen" muß. Es entfällt also der lästige, zeitraubende Objektivwechsel, der Ausrüstungsumfang schrumpft zusammen und man hat keine zusätzlichen hohen Anschaffungskosten für weitere Festbrennweitenobjektive.

Objektivtypen - welches Objektiv wofür ?
Zu den gebräuchlichsten Objektivtypen zählen die Weitwinkel, Normal-, Tele- und Macroobjektive. Weitwinkel-Objektive haben eine kurze Brennweite (24-35mm) und somit einen großen Bildwinkel. Superweitwinkel mit einer Brennweite von 21mm oder darunter weisen Bildwinkel mit bis zu 114° auf. Eine Sonderstellung nimmt das sogenannte Fisheye-Objektiv ein, daß es als Vollformat oder echtes Fisheye gibt. Beide Typen haben mind. 180° horizontalen Bildwinkel, das "echte" Fisheye hat zusätzlich einen vertikalen Bildwinkel von 180°, dadurch bekommt man kreisrunde Bildausschnitte.

Weitwinkel eignen sich hervorragend für Landschafts-, Panorama-, Architektur-, Werbe- und Gruppenaufnahmen oder Aufnahmen in engen Räumen. Wichtig bei der Weitwinkelfotografie ist, daß man die Kamera immer waagerecht hält, da es sonst zu häßlichen stürzenden Linien kommt. Beim Bildaufbau ist zu beachten, daß man den Vordergrund mit gestaltet, da die Aufnahmen sonst zu "flach" aussehen.

Das Normalobjektiv weist meist einen Brennweite von 50mm auf und soll die Perspektive so wiedergeben, wie sie das menschliche Auge sieht (richtig wäre 43mm!). Bedingt durch die Weitwinkelzoomobjektive, bei denen die Brennweite um 50mm meist mit enthalten ist, werden kaum noch Normalobjektive gekauft. Einzig die sehr hohe Lichtstärke von 1:1,8 bis 1:1,0 reizt Fotografen, die sich intensiv mit ihrem Hobby auseinandersetzen, noch zum Kauf eines Normalobjektives.

Teleobjektive mit langen Brennweiten ab 85mm eignen sich hervorragend, um entfernte Objekte nah heranzuholen. Je länger die Brennweite ist, desto kleiner ist der Bildwinkel. Man erfaßt also weniger von einem Motiv, kann dafür aber Details besser herausarbeiten. Weit entfernte Motive lassen sich so formatfüllend abbilden. Ideal sind Teleobjektive für Sport- und Tieraufnahmen, aber auch Schnappschüsse lassen sich mit ihnen oft unbemerkt fotografieren. Bedingt durch die lange Brennweite wird der Hintergrund bei Teleobjektiven oft unscharft dargestellt, wodurch das Motiv quasi freigestellt wird. Diese Eigenschaft machen sich Portraitfotografen zunutze. Die optimalen Portraitbrennweiten sind 85-105mm.

Viele Hersteller bieten auch Teleobjektive mit extremen Telebrennweiten von 400 mm und mehr an. Diese Objektive sind hauptsächlich für Sport- und Tierfotografen gedacht und, da sie meist nur für Profis gebaut werden, dementsprechend teuer.

Will man ganz nah ran ans Motiv, dann ist ein Macroobjektiv das richtige. Das ist speziell für den Nahbereich berechnet und liefert Aufnahmen bis zum Abbildungsverhältnis 1:1.

Prädestiniert sind Macroobjektive für Aufnahmen von Kleintieren, Blüten und allem, was kleiner als 5-10 cm ist. Macroobjektive mit längerer Brennweite haben den Vorteil, daß die Aufnahmeentfernung bei gleichem Abbildungsmaßstab größer ist. So kann man die Fluchtdistanz von lebenden Kleintieren wahren und hat auch weniger Probleme mit der Ausleuchtung. Einige Hersteller bieten sogar schon Zoomobjektive mit einem Abbildungsmaßstab von 1:2 oder gar 1:1,8 an!

Generell gilt beim Fotografieren: Brennweite ist gleich längst mögliche Zeit in 1/100sek. Das bedeutet, wenn Sie mit einem 35mm-Objektiv fotografieren, dann liegt die längste Zeit, die Sie aus der Hand halten können, bei 1/35 sek. Mit einem 200mm-Objektiv benötigen Sie bei gleichem Licht bereits eine 1/200 sek, um die Aufnahme ohne Verwackeln hinzubekommen! Daraus ergibt sich, daß Sie bei längeren Brennweiten entsprechend höher empfindliche Filme benötigen, damit Sie auf die benötigten kürzeren Verschlußzeiten kommen. Beachten Sie dies beim Kauf Ihrer Filme.
Um auch mit langen Telebrennweiten oder langen Zeiten noch verwacklungsfreie Bilder zu bekommen, haben Canon und Nikon Objektive mit Bild-Stabilisator entwickelt. Bei Canon werden diese Objektive mit dem Zusatz "IS" für Image-Stabilizer bezeichnet, bei Nikon haben die Objektive mit Stabilisator das Kürzel VR. Der optische Stabilisator erlaubt es, auch bei längeren Zeiten noch verwacklungsfreie Aufnahmen ohne Stativ zu machen.
 

Objektiv-Zubehör
Das wichtigste Zubehör für ein Objektiv ist die Sonnen- oder Streulichtblende (fälschlicherweise auch oft als Gegenlichtblende bezeichnet). Die Sonnenblende unterdrückt unwillkommenes Streulicht und steigert somit den Kontrast des Bildes. Dies gilt vor allem für Zoomobjektive. Die meisten Fremdobjektivhersteller liefern ihre Zoomobjektive gleich mit Sonnenblende aus. Bitte benutzen sie diese auch, denn sie wurde bei der optischen Enbtwicklung mitberechnet. Ein Nichtbenutzen der Sonnenblende führt zu einem Qualitätsverlust bei der Aufnahme.

Speziell für Teleobjektive gibt es Konverter, die die Brennweite mit dem Faktor 1,4 oder 2,0 multiplizieren, aus einem 400mm Tele wird so ein 560mm oder 800mm Tele. Sind die Telekonverter speziell für ein Objektiv berechnet, so ist davon auszugehen, daß kaum ein Qualitätsverlust sichtbar ist. Universell einsetzbare Telekonverter führen immer zu einem Verlust, was Kontrast und Brillanz angeht, und um einen Lichtabfall von der Mitte zum Rand (sog. Vignettierung) zu vermeiden, sollte man das Objektiv um 1-2 Stufen abblenden.

Fast jedes Objektiv besitzt ein Filtergewinde, in das z.B. eine Nahvorsatzlinse oder Filter zur Verbesserung oder Veränderung der Aufnahme geschraubt werden können.